23 March 2026, 20:01

250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und Femizide in Deutschland

Frauen in grünen T-Shirts bei einer Demonstration mit weißen Abdeckungen, viele andere Mädchen im Hintergrund.

250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und Femizide in Deutschland

Ein Bündnis von 250 prominenten Frauen in Deutschland hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung männlicher Gewalt vorgestellt. Zu der Gruppe gehören Politikerinnen, Aktivistinnen, Unterhalterinnen und Künstlerinnen, die sich für rechtliche Reformen einsetzen. Ihre Forderungen konzentrieren sich auf schärfere Strafen, digitalen Schutz und klarere Regelungen zur Einwilligung in Sexualstrafdelikten.

Zu den Unterzeichnerinnen zählen unter anderem SPD-Vorsitzende Bärbel Bas, die Co-Vorsitzende der Grünen Franziska Brantner, die Fernsehmoderatorin Carolin Kebekus, die Schauspielerin Veronica Ferres, die Musikerin Nina Chuba und die Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Sie fordern dringende Änderungen. Ein zentraler Vorschlag ist die Einführung von Femizid als eigenständigen Straftatbestand im deutschen Strafgesetzbuch. Die Initiatorinnen argumentieren, dass frauenfeindliche Motive bei Tötungsdelikten als erschwerender Umstand anerkannt werden sollten, um höhere Strafen zu ermöglichen. Allein 2024 wurden 308 Femizide registriert, doch bis März 2026 gab es keine offiziellen gesetzlichen Anpassungen.

Justizministerin Stefanie Hubig hat bereits einige Maßnahmen eingeleitet, etwa elektronische Fußfesseln für Gewalttäter in Partnerschaften – inspiriert vom spanischen Vorbild. Doch das Bündnis besteht darauf, dass noch mehr getan werden muss. Der Plan fordert zudem ein Digitales Schutzgesetz, um die Löschung schädlicher Online-Inhalte zu beschleunigen und Täter schneller zu identifizieren. Besonders im Fokus stehen dabei "Nacktbild-Apps", die mithilfe von KI Personen auf Fotos digital entkleiden, sowie die Strafbarkeit nicht einvernehmlicher, sexualisierter Deepfake-Inhalte.

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Ein weiterer zentraler Punkt ist die Einführung eines "Nur-Ja-heißt-Ja"-Modells im Sexualstrafrecht. Damit würde explizite Zustimmung zu sexuellen Handlungen zur rechtlichen Voraussetzung – und die Beweislast von den Opfern genommen, die bisher oft nachweisen müssen, dass sie nein gesagt oder sich gewehrt haben.

Die Vorschläge des Bündnisses zielen darauf ab, Lücken im aktuellen Rechtssystem zu schließen und den Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt zu stärken. Bei Umsetzung würden die Reformen strengere Strafen für Femizide, schärfere Kontrollen gegen digitale Gewalt und klarere Standards zur Einwilligung bringen. Die Regierung hat sich bisher noch nicht zu dem gesamten Forderungskatalog geäußert.

Quelle