31 March 2026, 12:02

"5. September" entfacht Debatte über Medienethik nach Münchner Geiseldrama

Plakat für die Olympischen Spiele 1932 mit zwei Läufern im Vordergrund und Text mit Ereignisinformationen.

"5. September" entfacht Debatte über Medienethik nach Münchner Geiseldrama

Der deutsche Film 5. September (2024) hat weltweit Aufmerksamkeit erregt dank seiner packenden Darstellung der Geiselnahme von München während der Olympischen Spiele 1972. Unter der Regie von Tim Fehlbaum untersucht das 91-minütige Drama, wie die Live-Berichterstattung des Anschlags der Gruppe Schwarzer September durch ABC die Medienethik nachhaltig prägte. Der Film feierte am 29. August 2024 auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig Premiere, bevor er international in die Kinos kam.

Im Mittelpunkt steht das Reporterteam von ABC, das plötzlich von der Berichterstattung über die Olympischen Spiele in die Live-Übertragung der eskalierenden Geiselnahme wechseln muss. Am 5. September 1972 hatten palästinensische Terroristen der Gruppe Schwarzer September israelische Athleten als Geiseln genommen – ein Drama, das schätzungsweise 900 Millionen Menschen live mitverfolgten. Der Film thematisiert die ethischen Zwickmühlen, in denen sich Journalisten wiederfanden: zwischen der Pflicht zur Echtzeit-Berichterstattung und der Gefahr, den Angreifern unfreiwillig in die Hände zu spielen.

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Mit John Magaro, Leonie Benesch und Peter Sarsgaard in den Hauptrollen verbindet 5. September historische Ereignisse mit beißender Mediensatire und stellt die Frage, wie Nachrichtensender Quoten über Verantwortung stellen. Die Produktion wurde maßgeblich von deutschen Förderinstitutionen unterstützt, darunter der Deutsche Filmförderfonds, der FilmFernsehFonds Bayern, HessenFilm und die Filmförderungsanstalt.

Seit seinem Kinostart hat der Film überragende Kritiken erhalten, wurde mit neun Lolas ausgezeichnet und ist sowohl für einen Oscar als auch einen Golden Globe nominiert. Gelobt werden die dichte Erzählweise und die unerbittliche Auseinandersetzung mit der Rolle des Journalismus bei der Geschichtsschreibung.

5. September hat eine neue Debatte über die Ethik der Live-Berichterstattung in Krisensituationen entfacht. Sein Erfolg bei Preisverleihungen und Festivals unterstreicht seinen Einfluss auf Kino und medienethische Diskurse. Vielleicht liegt das bleibende Vermächtnis des Films darin, dass er das Publikum dazu bringt, die Grenzen der Echtzeit-Berichterstattung neu zu hinterfragen.

Quelle