60-Millionen-Skandal im Bistum Eichstätt: Bischof Hanke tritt nach riskanten US-Immobiliengeschäften zurück
Mila Müller"Skandal in der Diözese" - Ehemaliger Bischof gibt im Prozess Auskunft - 60-Millionen-Skandal im Bistum Eichstätt: Bischof Hanke tritt nach riskanten US-Immobiliengeschäften zurück
Ein Finanzskandal erschüttert das Bistum Eichstätt: Rund 60 Millionen Dollar wurden in riskante US-Immobilienspekulationen investiert – mit verheerenden Folgen. Der ehemalige Bischof Gregor Maria Hanke räumte schwere Versäumnisse bei der Aufsicht ein und trat nach 18 Amtsjahren zurück.
Der Skandal kam ans Licht, als Wirtschaftsprüfer und eine Kanzlei gravierende "blinde Flecken" in den Bistumsfinanzen aufdeckten. Ihr Fazit: Das Geld gilt als unwiederbringlich verloren. Hanke gab später zu, dass gegen die eigenen Richtlinien des Bistums verstoßen und hochriskante Anlagen getätigt worden waren.
Der Bischof behauptete, erst im Nachhinein von den fragwürdigen Geschäften erfahren zu haben. Das Kontrollsystem bezeichnete er als "zu lasch" – der Vermögensverwaltungsrat sei vor allem mit internen Mitgliedern besetzt gewesen. Diese mangelnde unabhängige Prüfung ermöglichte es, dass riskante Entscheidungen ungehindert getroffen wurden.
Zudem räumte Hanke ein, finanzielle Verantwortung an Abteilungen delegiert und ihnen zu viel Spielraum eingeräumt zu haben. Dennoch betonte er, dem System vertraut zu haben – in der Annahme, es sei sicher. Mittlerweile wird gegen einen Immobilienentwickler wegen Untreue und Bestechung ermittelt, während der ehemalige stellvertretende Finanzdirektor der Vorwurf der Bestechlichkeit droht.
Das Bistum steht nun vor den Folgen des 60-Millionen-Verlusts, Hankes Rücktritt markiert das Ende seiner langen Amtszeit. Die juristischen Verfahren gegen die Beschuldigten im Zusammenhang mit der finanziellen Fehlverwaltung laufen weiter. Der Skandal offenbart tiefe strukturelle Mängel in der Finanzaufsicht des Bistums.






