02 April 2026, 12:03

AfD zerrissen: Machtkampf zwischen Russland-Freunden und US-Befürwortern eskaliert

Plakat mit einer Karte der Sowjetunion in Rot und Blau, überlagert mit Text und Bildern, die einen Konflikt zwischen zwei Ländern darlegen.

AfD zerrissen: Machtkampf zwischen Russland-Freunden und US-Befürwortern eskaliert

Ein erbitterter Streit über die Außenpolitik reißt die rechtspopulistische AfD in Deutschland entzwei. Die Auseinandersetzung spaltet die Partei in ein proamerikanisches Lager und eine Fraktion, die engere Bindungen an Russland anstrebt. Die internen Spannungen sind nun öffentlich eskaliert – mit Vorwürfen innerparteilicher Säuberungen und widersprüchlichen Aussagen zu zentralen Bündnisfragen.

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Im Mittelpunkt des Konflikts steht Rüdiger Lucassen, der verteidigungspolitische Sprecher der AfD. Er wirft dem russlandfreundlichen Flügel um Björn Höcke vor, ihn aus der Partei drängen zu wollen, nachdem er dessen Aussage kritisiert hatte, Deutschland sei "nicht verteidigenswert". Die außenpolitischen Gräben in der AfD vertieften sich, als Lucassen sich von Höckes umstrittenen Äußerungen distanzierte. Dessen Anhänger sehen zwar Russland als Hauptgegner der NATO, bezeichnen Kritiker Moskaus aber abfällig als "Putinisten". Lucassen hingegen lehnt diese Haltung ab und gerät nun selbst unter Druck aus den eigenen Reihen.

Ein weiterer Streitpunkt entstand, als der AfD-Bundestagsabgeordnete Maximilian Krah öffentlich Parteichef Tino Chrupalla widersprach. Chrupalla hatte den Abzug der US-Truppen aus Deutschland gefordert, doch Krah argumentierte, das Land brauche "starke Partner". Seine Position deckt sich mit einem Parteiflügel, der eine Annäherung an die USA anstrebt – ein bemerkenswerter Wandel angesichts der früher antiamerikanischen Haltung der AfD.

Der Verteidigungsexperte Hannes Gnauck verfasste während des Iran-Konflikts eine Presseerklärung, die die USA unterstützte. Doch Parteichefs Alice Weidel und Chrupalla blockierten die Veröffentlichung. Weidel hingegen inszeniert die AfD als Verlängerung von Trumps Bewegung, lobt das "Ende des Woke-Wahns" in den USA und positioniert sich gleichzeitig im Einklang mit Putins Politik.

Krah warnt, die harte Linie der Partei – etwa in der Migrationspolitik und im Verhältnis zu den USA – könnte den von anderen Parteien errichteten cordon sanitaire weiter verfestigen. Dies könnte der AfD den Weg in die Regierung 2029 verbauen. Auch die Ablehnung eingebürgerter Migranten sorgt für Kritik: Martin Sellners "Remigrations"-Pläne wurden vom Bundesverwaltungsgericht als verfassungswidrig eingestuft, da sie gegen die "Menschenwürde" verstoßen.

Der interne Machtkampf der AfD zeigt keine Anzeichen einer Beruhigung. Lucassen steht weiterhin unter Druck, während Krahs Mahnungen die Zerrissenheit der Partei zwischen radikalen Positionen und politischen Machtambitionen offenlegen. Der Streit über die Ausrichtung zwischen den USA und Russland erschwert zudem die Bemühungen der AfD, vor künftigen Wahlen breitere Akzeptanz zu finden.

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