23 April 2026, 00:06

Amanda Knox zeigt Solidarität mit Lucy Letby – und löst damit Empörung aus

Ein altes, gelbliches Buch mit einer Liste von Frauengefangenen in zwei Spalten, mit schwarzer Tinte auf brüchigem Papier.

Amanda Knox zeigt Solidarität mit Lucy Letby – und löst damit Empörung aus

Amanda Knox hat öffentlich ihre Unterstützung für Lucy Letby erklärt, die verurteilte Krankenschwester, die lebenslang für den Mord an Babys im Gefängnis sitzt. Ihre Solidaritätsbekundung erfolgte während einer Veranstaltung in London, bei der sie auch bekannt gab, Letby im Gefängnis einen Brief sowie ein Exemplar ihrer Autobiografie zugeschickt zu haben. Dieser Schritt hat scharfe Kritik von der Familie von Meredith Kercher ausgelöst, der britischen Studentin, deren Mord Knox einst selbst vorgeworfen wurde.

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Knox sprach im Greenwich Picturehouse in London, wo sie ihren Dokumentarfilm Mouth of the Wolf vorstellte. Dort kämpfte sie mit den Tränen, als sie Letby verteidigte und argumentierte, dass man keine absolute Unschuldsbeweise brauche, um ein Urteil infrage zu stellen. Ein Teilnehmer der Veranstaltung berichtete später, Knox habe Letby geraten, sich "an der Hoffnung festzuhalten".

In derselben Woche bestätigte Knox, dass sie Letby einen Solidaritätsbrief sowie ein Exemplar ihrer 2021 erschienenen Memoiren Frei (Originaltitel: Free) geschickt habe, in denen sie ihr Leben nach ihrem eigenen Freispruch im Fall Kercher schildert. Die Veröffentlichung des Buches hatte bereits zuvor für Aufsehen gesorgt, da Kerchers Familie Knox vorwarf, vom Tod ihrer Tochter zu profitieren.

Francesco Maresca, der Anwalt der Familie Kercher, griff diese Vorwürfe nach Knox' jüngsten Äußerungen erneut auf. Er warf ihr vor, sich an Merediths Andenken zu "bereichern" und den Fall für persönlichen Gewinn auszunutzen. Die Kerchers selbst veröffentlichten eine Stellungnahme, in der sie erklärten, Knox' Verhalten sei zu weit gegangen – es reiche nun "langsam".

Knox' öffentliche Unterstützung für Letby hat die Spannungen mit der Familie Kercher wieder aufgeflammt. Ihr Brief und ihre Memoiren reiht sich nun ein in ihre eigenen juristischen Auseinandersetzungen der Vergangenheit, während Letby weiterhin in Haft sitzt. Die Debatte über Knox' Handlungen – und deren Auswirkungen auf die Betroffenen – dauert derweil an.

Quelle