Apothekenreform 2026: Warum die Festgebühren-Debatte Apotheker:innen spaltet
Finn KleinApothekenreform 2026: Warum die Festgebühren-Debatte Apotheker:innen spaltet
Die Debatte um die deutsche Apothekenreform gewinnt an Fahrt, während Abgeordnete über das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVG) beraten. Der Gesetzentwurf, der am 27. Februar 2026 in erster Lesung eingebracht wurde, zielt darauf ab, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Apotheken zu verbessern – nicht jedoch die Festpreisregelungen für Medikamente grundlegend zu reformieren. Die CDU-Politikerin Simone Borchardt hat zentrale Punkte hervorgehoben, darunter finanzielle Risiken für Apotheker:innen sowie die Notwendigkeit klarerer Vorgaben zu den Festgebühren.
Ein Hauptstreitpunkt ist die Festgebühr für Apotheken, die künftig per Verordnung festgelegt werden soll. Borchardt betonte, dass diese Gebühr präzise definiert werden müsse, um Missverständnisse zu vermeiden. Gleichzeitig warnte sie davor, Versandapotheken oder ausländischen Online-Anbietern mehr Spielraum zu geben. Die Reform dürfe keine Tür für eine solche Ausweitung öffnen, so ihre Argumentation.
Themen der Debatte sind zudem Rabattregelungen, die Digitalisierung und die Rolle von Pharmazeutisch-technischen Assistent:innen (PTA). Borchardt wies darauf hin, dass Apotheker:innen nicht die finanziellen Lasten der Null-Retaxations-Politik tragen sollten. Ein weiteres Anliegen ist die volle Lese- und Schreibberechtigung für elektronische Patientenakten (ePA), um gefährliche Wechselwirkungen von Medikamenten zu verhindern.
Die Apothekenhonorare sind seit 13 Jahren eingefroren, die Verpackungspauschale wurde zuletzt 2013 angepasst – von 8,35 Euro auf vorgeschlagene 9,50 Euro in einer separaten Verordnung, die für das Frühjahr 2026 erwartet wird. Borchardt rechnet damit, dass die Verhandlungen in der kommenden Woche an Fahrt aufnehmen, doch die Frage der PTA-Vertretung bleibt weiterhin ungeklärt.
Ziel der Reform ist es, die Finanzlage der Apotheken zu stabilisieren und gleichzeitig eine weitere Kommerzialisierung des Medikamentenverkaufs zu verhindern. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, würden damit veraltete Gebührenstrukturen modernisiert und der digitale Zugang für Apotheker:innen verbessert. Der Ausgang hängt nun von den anstehenden Verhandlungen und regulatorischen Anpassungen ab.






