Audi verliert Entwicklungschef Knirsch nach Diesel-Skandal-Ermittlungen
Stefan Knirsch, der technische Entwicklungschef von Audi, hat das Unternehmen mit sofortiger Wirkung verlassen. Der Rücktritt erfolgt nach internen Ermittlungen, die ihn mit Manipulationen an der Dieselabgas-Software in Verbindung bringen. Sein Ausscheiden kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Audi weiterhin in Verhandlungen mit US-Behörden über die Angelegenheit steht.
Knirsch war 1990 zu Audi gestoßen und kehrte 2013 zurück, um die Motorenentwicklung zu leiten. Ende 2015 übernahm er die technische Führung und löste damit Ulrich Hackenberg ab. Nur ein Jahr später, im Dezember 2016, wurde er in den Vorstand berufen – mit öffentlicher Rückendeckung durch Vorstandsvorsitzenden Rupert Stadler.
Noch vor seiner Beförderung hatten Mitarbeiter von Knirsch eine Erklärung gefordert, in der er versichern sollte, keine Vorabkenntnis vom Diesel-Skandal gehabt zu haben. Er legte die Erklärung vor, doch spätere Untersuchungen der US-Anwaltskanzlei Jones Day förderten Beweise zutage, dass er über die Software-Manipulationen informiert war. Zudem belasteten ihn Mitarbeiter direkt im Zusammenhang mit den Machenschaften.
Audis aktueller Rückrufplan für rund 85.000 betroffene Fahrzeuge – darunter Audi-Modelle, Porsche Cayenne und VW Touareg – wurde von US-Behörden abgelehnt. Das Unternehmen hat nun bis zum 24. Oktober Zeit, einen überarbeiteten Vorschlag einzureichen.
Knirschs Abgang hinterlässt bei Audi eine Lücke in der technischen Führung während einer entscheidenden Phase der Abgasverhandlungen. Das Unternehmen muss nun nicht nur regulatorische Forderungen erfüllen, sondern auch die Folgen des Skandals bewältigen. Sein Ausscheiden erfolgte im gegenseitigen Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat.






