Aysha Rafaeles mutige Projekte: Von "Vengeance" bis zur Abwasserkrise
Greta SchulzAysha Rafaeles mutige Projekte: Von "Vengeance" bis zur Abwasserkrise
Aysha Rafaele, eine vierfache BAFTA-preisgekrönte Filmemacherin, hat in diesem Jahr zwei brisante Projekte für Channel 4 realisiert. Ihr neuestes Werk, „Vengeance: Mord in der Heide“, feiert an diesem Sonntagabend Premiere. Das Drama basiert auf dem realen „Honeytrap-Mord“ an Gagandip Singh, einem sikhistischen TV-Manager, während ihr jüngster Dokumentarfilm „Schmutzige Geschäfte“ die Wasser- und Abwasserkrise in Großbritannien schonungslos aufdeckte.
Rafaeles neues Drama „Vengeance“ wird von Asim Chaudhry und Laila Rouass getragen und erzählt die erschütternde Geschichte des Mordes an Gagandip Singh im Jahr 2016 – ein Verbrechen, das von Täuschung und Verrat geprägt war. Rafaele schrieb nicht nur das Drehbuch, sondern führte auch Regie und produzierte das Projekt, behielt also die volle künstlerische Kontrolle.
Ihre Arbeitsweise ist ungewöhnlich: Statt sich an klassische Drama-Redaktionen zu wenden, präsentiert sie ihre Ideen direkt den Dokumentar-Abteilungen. Dieser Ansatz ermöglicht ihr schnellere Entwicklungsprozesse und mehr kreative Freiheit. Trotz knapper Budgets setzt sie auf aufstrebende Talente, um ihre Geschichten lebendig werden zu lassen.
Seit ihrem preisgekrönten Drama „Getötet von meinem Vater“ (2017) kritisiert Rafaele den mangelnden Fortschritt bei der Vielfalt auf dem Bildschirm. Sie hatte sich große Veränderungen erhofft, gibt heute aber unumwunden zu: „Nichts, rein gar nichts hat sich bewegt.“ Gleichzeitig prangert sie klischeehafte Darstellungen in den Medien an, wo asiatische Mädchen oft als passiv und Jungen als „Bravheitsheilige“ gezeigt werden.
Gemeinsam mit Joseph Bullman drehte sie in diesem Jahr den Dokumentarfilm „Schmutzige Geschäfte“, der das marode Wassersystem Großbritanniens unter die Lupe nimmt. Die Untersuchung deckte illegale Abwasserentsorgungen und unternehmerische Pflichtverletzungen auf – die Ausstrahlung auf Channel 4 löste eine öffentliche Debatte über Umweltverantwortung aus.
„Vengeance“ wird am Sonntag auf Channel 4 ausgestrahlt und reiht sich ein in Rafaeles wachsende Liste mutiger, gesellschaftskritischer Projekte. Ihre Arbeit stellt Branchenstandards infrage und rückt vernachlässigte Geschichten ins Rampenlicht. Sowohl das Drama als auch „Schmutzige Geschäfte“ beweisen: Rafaele setzt auf schonungslose Erzählweisen – selbst unter finanziellen Einschränkungen.






