Bahnreisen in Deutschland: Schnell, günstig, aber oft unpünktlich
Bahnreisen in Deutschland bleiben eine der effizientesten und umweltfreundlichsten Möglichkeiten, unterwegs zu sein. Die Deutsche Bahn (DB) bietet schnelle Verbindungen, großzügige Gepäckregelungen und familienfreundliche Tarife. Dennoch steht das Unternehmen trotz dieser Vorteile wegen Verspätungen und politischer Bedenken in der Kritik.
Eine Fahrt vom Berlin Hauptbahnhof zum Münchner Hauptbahnhof dauert mit dem Zug nur vier Stunden. Dieselbe Strecke würde mit dem Auto über sechs Stunden und mit dem Bus fast acht Stunden in Anspruch nehmen. Zudem punktet die Bahn mit ihren geringen Emissionen: Pro Personenkilometer entstehen lediglich 26 Gramm CO₂-Äquivalente. Zum Vergleich: Im Fernverkehr stoßen Züge nur 0,03 Gramm Stickoxide und 0,001 Gramm Feinstaub aus.
Für Familien lohnt sich die Bahn besonders: Kinder bis 14 Jahre fahren in Begleitung einer Person ab 15 Jahren kostenlos. Mit einer BahnCard 25 und zwei Kindern kostet eine Fahrt in der Hauptreisezeit von Berlin an den Vierwaldstättersee in der Schweiz gerade einmal 47 Euro. Das in vielen Fernverkehrstickets enthaltene City-Ticket ermöglicht zudem die kostenlose Nutzung des Nahverkehrs in rund 140 Städten.
Doch die Pünktlichkeit bleibt ein Problem: 2025 kamen nur 60,1 Prozent der DB-Fernzüge pünktlich an – wobei bereits Verspätungen ab sechs Minuten gezählt werden. Zum Vergleich: An Deutschlands vier größten Flughäfen starteten 2023 noch 72,5 Prozent der Flüge innerhalb von 15 Minuten nach Plan. Verkehrsminister Patrick Schnieder warnte kürzlich, der Zustand der Deutschen Bahn bewege sich in eine Richtung, die "die Demokratie selbst bedroht".
Trotz der Herausforderungen bleibt die Bahn für Reisende eine attraktive Option – dank Tempo, Erschwinglichkeit und Nachhaltigkeit. Kostenlose Gepäckmitnahme und Familienrabatte erhöhen den Reiz. Doch anhaltende Verspätungen und politische Debatten zeigen: Vor Deutschlands Schienennetz liegen noch große Aufgaben.






