BBC löscht Monkhouse-Folge wegen eines umstrittenen Witzes – Zensur-Debatte entbrennt
Mila MüllerBBC löscht Monkhouse-Folge wegen eines umstrittenen Witzes – Zensur-Debatte entbrennt
Eine Folge der Sendung "Die Reparaturwerkstatt" mit den handschriftlichen Witzesammlungen des Komikers Bob Monkhouse wurde nachträglich aus dem Programm genommen. Der Grund war eine Beschwerde eines Mitarbeiters der Produktionsfirma, der einen der Witze als anstößig empfand. Sowohl die BBC als auch das Produktionsunternehmen Ricochet unterstützten diese Entscheidung und verwiesen auf die Rücksichtnahme auf die Zuschauer.
Die Reaktionen darauf fielen scharf aus: Medien und Vertreter der Comedy-Szene kritisierten den Schritt als überzogene Zensur.
Der gestrichene Abschnitt drehte sich um die Restaurierung von Monkhouses Witzesammlungen, die Tausende handschriftlicher Scherze, Karikaturen und Skizzen aus den 1960er-Jahren enthalten. Der Komiker trug die Bücher berühmt-berüchtigt stets bei sich, ergänzte sie spontan um neues Material und bewahrte sie in einem Koffer auf, den er scherzhaft die Silberkugel nannte – ein Verweis auf ihren unschätzbaren Wert.
Nach Monkhouses Tod verwahrte sein langjähriger Autorpartner Colin Edmonds die Bücher unter seinem Schreibtisch. Zwei Bände waren 1995 verschwunden, woraufhin Monkhouse eine Belohnung für ihre Rückgabe aussetzte. Jahrzehnte später sorgte ihr Auftritt in "Die Reparaturwerkstatt" für Aufsehen, als ein Produktionsmitarbeiter einen Witz als sexistisch beanstandete.
Ricochet rechtfertigte die Entscheidung mit dem Hinweis, dass die Auswahl der vorgestellten Objekte stets von mehreren Faktoren abhänge. Doch die Reaktionen britischer Medien und Comedy-Experten fielen mehrheitlich vernichtend aus. Schlagzeilen wie "BBC streicht Monkhouse-Folge im 'Woke'-Eifer" erschienen am 10. März 2026 in The Telegraph und Daily Mail. Komiker wie Jimmy Carr und Al Murray verurteilten den Schritt in Interviews bei GB News und TalkTV als "absurd" und einen "Verlust für das komödiantische Erbe" – zwei Tage nach dem ersten Aufschrei der Empörung am 8. März 2026.
Die Folge bleibt vorerst gesperrt, sodass Fans die restaurierten Witzesammlungen nicht zu sehen bekommen. Die öffentliche Kritik konzentriert sich auf das, was viele als übertriebene Reaktion auf ein historisches Dokument wahrnehmen. Die Debatte kreist nun um die Frage, wie Sender die Gratwanderung zwischen Sensibilität und der Bewahrung kulturellen Erbes meistern sollen.






