BMW-Aktionäre attackieren Konzernführung bei Hauptversammlung
BMW sieht sich auf Hauptversammlung mit scharfer Kritik der Aktionäre konfrontiert
Auf der diesjährigen Hauptversammlung von BMW gab es diese Woche harte Fragen von den Aktionären. Im Mittelpunkt standen die Managergehälter, das Tempo bei der Entwicklung von Elektrofahrzeugen sowie die langjährige Zusammenarbeit mit dem Prüfungsunternehmen KPMG. Zudem ging es um die Diesel-Verkäufe des Konzerns, die Folgen des Brexits und personelle Wechsel in der Führungsetage.
Kritik üben die Aktionäre insbesondere an der langsamen Elektro-Offensive des Unternehmens. Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) warnte, BMW riskiere, im Wettbewerb um nachhaltige Antriebe den Anschluss zu verlieren. Konzernchef Harald Krüger betonte daraufhin, die Elektromobilität bleibe für BMW „oberste Priorität“.
Ein weiterer Streitpunkt war die Vergütung der Vorstandsmitglieder. Norbert Reithofer, Aufsichtsratsvorsitzender von BMW, verteidigte die aktuelle Praxis und verwies darauf, dass noch nie ein Vorstand die maximale Obergrenze von 10 Millionen Euro erhalten habe. Einige Anleger hinterfragten zudem die Unabhängigkeit von KPMG, das BMW bereits seit über einem Jahrzehnt prüft.
Beim Thema Diesel gab BMW bekannt, dass im ersten Quartal 37 Prozent der ausgelieferten Fahrzeuge Dieselmodelle waren. Zwar ging die Nachfrage in Europa leicht zurück, in Deutschland blieb sie jedoch mit einem Anteil von 64 Prozent an den Verkäufen stabil. Trotz des Brexits werde es für die britischen Standorte des Konzerns keine Änderungen geben, versicherte Krüger – sowohl für die Belegschaft als auch für die Produktion gelte weiterhin Planungssicherheit.
Ebenfalls Thema war die Übernahme des Ingenieursdienstleisters Grohmann Engineering von Tesla. Der Deal umfasst vertragliche Verpflichtungen, etwa den Schutz von Betriebsgeheimnissen. Zudem bestätigte BMW, dass die Pläne für das neue Werk in Mexiko trotz möglicher US-Zölle und wachsender protektionistischer Tendenzen unverändert bleiben.
Personelle Veränderungen gab es ebenfalls zu verkünden: Professor Henning Kagermann schied aus dem Aufsichtsrat aus, nachdem er die Altersgrenze von 70 Jahren erreicht hatte. Seine Nachfolge tritt Dr. Heinrich Hiesinger an.
Die Versammlung machte die Spannungen zwischen der Unternehmensstrategie von BMW und den Erwartungen der Aktionäre deutlich. Besonders umstritten blieben die Themen Elektromobilität, Managergehälter und die Unabhängigkeit des Prüfers. Der Konzern hingegen hielt an seiner Linie in Sachen Diesel-Verkäufe, Brexit-Folgen und globaler Produktionsplanung fest.






