Brexit-Nachspiel: Großbritannien und EU suchen neue Zusammenarbeit in unsicheren Zeiten
Finn KleinBrexit-Nachspiel: Großbritannien und EU suchen neue Zusammenarbeit in unsicheren Zeiten
Zehn Jahre nach dem Brexit-Referendum haben britische und EU-Führungskräfte Signale für eine Annäherung gesendet. Bei einem jüngsten Gipfel in London betonten beide Seiten die Notwendigkeit einer vertieften Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit, Verteidigung und wirtschaftliche Stabilität. Der Aufruf erfolgt vor dem Hintergrund wachsender globaler Spannungen und anhaltender Bemühungen, die Beziehungen nach Jahren der post-Brexit-Reibereien wieder aufzubauen.
An dem Treffen nahmen zentrale Akteure teil, darunter der britische Premierminister Keir Starmer, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der französische Präsident Emmanuel Macron. Im Mittelpunkt ihrer Gespräche stand die Stärkung der europäischen Verteidigung sowie die Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen in einer zunehmend instabilen Welt.
Der erste UK-EU-Gipfel seit Mai 2025 fand vor dem Hintergrund der russischen Aggression statt, die beide Seiten dazu veranlasst hat, ihre Beziehung neu zu überdenken. Zwar wurde die Veranstaltung wegen fehlender konkreter Ergebnisse kritisiert, doch markierte sie einen symbolischen Schritt hin zur Wiederherstellung des Vertrauens. Bereits im Juni 2025 hatte eine Einigung zwischen Großbritannien und Spanien über Gibraltar die seit langem schwelenden post-Brexit-Spannungen entschärft und den Weg für weitere Verhandlungen über Handel, Zoll und Sicherheit geebnet.
Starmer nutzte den Gipfel, um für eine "gemeinsame industrielle Basis in ganz Europa" zu werben, um die Rüstungsproduktion anzukurbeln. Er warnte, der Kontinent müsse bereit sein, "Aggressionen abzuwehren" und "notfalls zu kämpfen" in einer von Unsicherheiten geprägten globalen Landschaft. Seine Äußerungen deckten sich mit denen von der Leyens, die die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit, wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und Schutz demokratischer Werte unterstrich.
Unterdessen stocken die Verhandlungen über eine britische Beteiligung am 150-Milliarden-Euro-SAFE-Verteidigungsprogramm der EU sowie ein 90-Milliarden-Euro-Kreditpaket für die Ukraine weiterhin. Die Gespräche waren im November 2025 gescheitert und hatten die anhaltenden Hindernisse für eine tiefere Integration offenbart. Der französische Präsident Emmanuel Macron bekräftigte seine Vision eines "starken, unabhängigen Europas", das in der Lage sei, sein eigenes Sicherheitsgerüst zu gestalten – unabhängig von externen Verbündeten.
NATO-Generalsekretär Mark Rutte verleiht den Diskussionen zusätzlich Gewicht, indem er die Bedeutung eines starken Europas innerhalb des Bündnisses betonte. Seine Aussagen unterstrichen den breiten Konsens, dass die transatlantische Sicherheit von einer engeren Abstimmung zwischen London und Brüssel abhängt.
Der Gipfel endete mit erneuerten Kooperationszusagen, allerdings ohne unmittelbare Vereinbarungen. Sowohl Großbritannien als auch die EU stehen vor der Herausforderung, den politischen Willen in praktische Maßnahmen umzusetzen – insbesondere in der Verteidigungspolitik und Wirtschaft. Künftige Gespräche werden zeigen, ob der jüngste Schwung ausreicht, um die nachwirkenden Spaltungen des Brexit zu überwinden.
Stalled Agreements Highlight Summit's Symbolic Nature
The February 2026 UK-EU summit produced no concrete results due to unresolved policy disputes. Key sticking points include:
- A youth exchange programme delayed by UK-EU disagreements over funding rules
- Electricity market integration proposals blocked by UK resistance to EU cohesion policy payments
- Ongoing tensions over Northern Ireland trade controls despite government alignment efforts





