31 May 2026, 16:01

Deutsche Bahn ändert Modernisierungspläne für die Strecke München–Rosenheim radikal um

Renovation der München-Rosenheim-Bahnlinie in zwei Phasen

Deutsche Bahn ändert Modernisierungspläne für die Strecke München–Rosenheim radikal um

Die Deutsche Bahn hat ihre ursprünglichen Pläne für eine sechsmonatige Vollsperrung der Bahnstrecke München–Rosenheim verworfen. Stattdessen sollen die Modernisierungsarbeiten nun in zwei getrennten Abschnitten über mehrere Jahre verteilt stattfinden. Die Entscheidung folgt auf Kritik von Güterverkehrsunternehmen, die vor langanhaltenden Behinderungen gewarnt hatten.

Die erste Bauphase beginnt im Herbst 2027 mit teilweisen Sperrungen, die vor allem die S-Bahn-Strecke betreffen werden. Umfassendere Stilllegungen sind dann für Anfang 2028 vorgesehen. Die Hauptbauarbeiten finden von Mitte Februar bis Mitte April 2028 statt und konzentrieren sich auf den Austausch veralteter Stellwerke sowie die Modernisierung von Gleisen und Weichen.

Die zweite Phase ist für die erste Jahreshälfte 2031 geplant. In diesem Zeitraum werden Gleise, Weichen, Oberleitungen, Brücken und Bahnhöfe erneuert. Zudem erhält die Strecke im Rahmen der Aufwertung das europäische Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System).

Die Verbindung München–Rosenheim zählt zu den meistbefahrenen Eisenbahnkorridoren Bayerns und wird täglich von Personen- und Güterzügen genutzt. Sie spielt auch eine zentrale Rolle für das künftige Projekt des Brenner-Basistunnels, der Deutschland und Italien verbinden soll.

Doch der Verband der Güterbahnunternehmen übt scharfe Kritik am überarbeiteten Plan. Peter Westenberger, dessen Geschäftsführer, bezeichnete den neuen Ansatz als unzureichende Alternative zur ursprünglichen 22-wöchigen Vollsperrung. Er warnte, dass sich die Gesamtstillstandszeit dadurch sogar verlängern könnte. Stattdessen schlug der Verband vor, eingleisige Baustellenabschnitte zu nutzen und alternative Strecken im Voraus auszubauen.

Ziel der Änderungen ist es, gleichzeitige Betriebsbeeinträchtigungen zu verringern, indem die Arbeiten auf zwei Phasen aufgeteilt werden. Dennoch bleiben Güterverkehrsunternehmen besorgt über die Auswirkungen auf den Schienenverkehr insgesamt. Die Strecke München–Rosenheim wird zwischen 2027 und 2031 schrittweise modernisiert, wobei weitere Anpassungen je nach Baufortschritt möglich sind.

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