Deutschland verpasst EU-Frist für Gehaltstransparenz – drohen jetzt Strafen aus Brüssel?
Finn KleinDeutschland verpasst EU-Frist für Gehaltstransparenz – drohen jetzt Strafen aus Brüssel?
Deutschland hat die EU-Frist für die Einführung neuer Gesetze zur Gehalts transparenz verpasst. Die Regelungen, die Lohnungleichheit bekämpfen sollen, hätten bis zum 7. Juni 2026 in Kraft treten müssen. Durch die Verzögerung droht dem Land nun ein rechtliches Vorgehen seitens Brüssel.
Die EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz verpflichtet Arbeitgeber, Startgehälter in Stellenausschreibungen anzugeben. Zudem sind Fragen nach den früheren Verdiensten von Bewerbern verboten. Beschäftigte erhalten das Recht, nach durchschnittlichen Gehaltsangaben – aufgeschlüsselt nach Geschlecht – für vergleichbare Positionen zu fragen.
Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitern müssen künftig regelmäßig ihre geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede veröffentlichen. Aktuelle Zahlen zeigen, dass Frauen in Deutschland im Schnitt 15,6 % weniger pro Stunde verdienen als Männer – ein höherer Wert als der EU-Durchschnitt von 11,1 %.
Deutschland hatte ursprünglich geplant, seine nationalen Gesetze bis Anfang 2027 anzupassen. Doch Verhandlungen mit EU-Partnern über Zeitplan und Inhalte haben zu Verzögerungen geführt. Die Europäische Kommission könnte nun ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Berlin einleiten, weil die Juni-Frist nicht eingehalten wurde.
Die verpasste Frist bringt Deutschland in Rückstand bei der Umsetzung der EU-Regeln zur Gehaltstransparenz. Ohne rasches Handeln drohen dem Land formelle Sanktionen. Die Reformen zielen darauf ab, Lohnungleichheiten zu verringern, doch die Umsetzung stockt weiterhin.






