Die Linke fordert radikale Reform der deutschen Cannabis-Legalisierung
Finn KleinDie Linke fordert radikale Reform der deutschen Cannabis-Legalisierung
Die Linke hat einen Antrag zur Reform der teilweisen Cannabis-Legalisierung in Deutschland vorgelegt. Die Vorschläge zielen darauf ab, schwerwiegende Mängel des aktuellen Gesetzes zu beheben, das im April 2024 in Kraft getreten ist. Zu den zentralen Forderungen gehören ein erweiterter legaler Zugang, fairere Regeln für Autofahrer und eine bessere Förderung von Suchthilfeangeboten.
Bis Ende 2024 waren in Deutschland über 300 Cannabis-Sozialclubs (CSC) genehmigt worden, darunter elf in Berlin. Doch diese Clubs deckten weniger als 0,1 Prozent des Gesamtbedarfs – ein deutlicher Beleg für die anhaltenden Hindernisse auf dem Weg zu einem funktionierenden legalen Markt.
Die Linke kritisiert, dass die bestehende Gesetzgebung es nicht geschafft habe, einen funktionsfähigen legalen Markt für Freizeitcannabis zu schaffen. Statt die Teillegalisierung zurückzunehmen, fordert der Antrag die Regierung auf, die bestehenden Schwächen zu beheben. Ein zentraler Vorschlag ist die Einführung wissenschaftlicher Pilotprojekte, die verschiedene Modelle einer kontrollierten Abgabe testen sollen. Ziel ist es, den legalen Zugang über das derzeit stark eingeschränkte System hinaus auszuweiten.
Die Partei plädiert zudem für eine Überarbeitung der THC-Grenzwerte für Autofahrer und verweist auf Ungereimtheiten im Vergleich zu den Alkoholregelungen. Nach aktuellem Recht werden Cannabiskonsumenten strenger bestraft als Alkoholfahrer, obwohl die Beeinträchtigungsrisiken ähnlich sind. Eine weitere Forderung betrifft die Vereinfachung der Genehmigungsverfahren für Cannabisclubs, einschließlich der Abschaffung von Mindestabstandsregeln für den Konsum. Diese Hürden, so die Partei, hätten die Fähigkeit der Clubs, die Nachfrage zu bedienen, stark eingeschränkt.
Über die nationalen Änderungen hinaus setzt sich die Linke dafür ein, dass Deutschland sich auf EU-Ebene für eine vollständige Legalisierung einsetzt. Der Antrag fordert zudem eine deutliche Aufstockung der Mittel für Prävention, Schadensminimierung und Suchtbehandlung. Laut Partei sind diese Maßnahmen unverzichtbar, um den legalen Zugang mit dem Gesundheitsschutz in Einklang zu bringen.
Seit April 2024 ermöglicht die Teillegalisierung zwar den Betrieb von Cannabis-Sozialclubs, doch bürokratische Verzögerungen haben ihre Wirkung begrenzt. Da nur ein winziger Bruchteil der Nachfrage durch legale Produktion gedeckt wird, argumentiert die Linke, dass dringend Reformen nötig seien, um das System wie beabsichtigt funktionsfähig zu machen.
Der Antrag der Linken skizziert eine Reihe konkreter Schritte zur Überarbeitung der deutschen Cannabisgesetze. Würden die Änderungen umgesetzt, würden sie die legalen Bezugsquellen ausweiten, die Verkehrsregeln anpassen und die Suchthilfe stärken. Die Vorschläge zielen zudem auf eine vereinfachte Club-Genehmigung und eine breitere EU-Reform ab – mit dem Ziel, ein funktionierenderes und gerechteres System zu schaffen.






