DNA-Origami als Virenfalle: Münchner Forscher entwickeln revolutionäre Nano-Kapseln gegen Infektionen
Finn KleinDNA-Origami als Virenfalle: Münchner Forscher entwickeln revolutionäre Nano-Kapseln gegen Infektionen
Forschende der Technischen Universität München (TUM) haben winzige, sich selbst zusammenbauende Strukturen entwickelt, die Viren einfangen und unschädlich machen können. Mit Hilfe der DNA-Origami-Technik entwarf das Team Nano-Kapseln, die in der Lage sind, Infektionen in Zellkulturen zu blockieren. Dieser Ansatz könnte einen neuen Weg im Kampf gegen Viren eröffnen, für die es bisher kaum Behandlungsmöglichkeiten gibt.
Das Forschungsteam konzentrierte sich auf Viren, gegen die es bisher keine wirksamen Gegenmittel gibt. Viele Infektionen – von Hepatitis B bis hin zu adenoassozierten Viren – sind nach wie vor schwer zu behandeln. Um dieses Problem anzugehen, griffen die Wissenschaftler:innen auf die DNA-Origami-Methode zurück, bei der DNA-Stränge zu präzisen, dreidimensionalen Formen gefaltet werden.
Ihre Lösung bestand darin, hohle Nanostrukturen zu konstruieren, die Virus-Hüllen nachahmen. Diese "Virenfallen" wurden aus dreieckigen DNA-Platten gebaut und so gestaltet, dass sie die Geometrie echter Viren imitieren. Nach der Montage wurden die Fallen mit Polyethylenglykol und Oligolysin beschichtet. Diese äußere Schicht stabilisierte die Partikel in Körperflüssigkeiten und sorgte dafür, dass sie in biologischen Umgebungen funktionieren.
Erste Tests zeigten vielversprechende Ergebnisse: Bei Kontakt mit adenoassozierten Viren und Hepatitis-B-Virus-Kernen blockierten die Fallen bis zu 80 Prozent der Infektionen in Zellkulturen. Zudem sind die verwendeten Materialien kostengünstig, da sie mit standardisierten biotechnologischen Verfahren in großer Menge hergestellt werden können.
In der nächsten Phase sollen die Experimente über das Labor hinausgehen. Die Forschenden planen, die Virenfallen an lebenden Mäusen zu testen, um ihre Sicherheit und Wirksamkeit im Tiermodell zu überprüfen.
Die auf DNA basierenden Virenfallen des Teams haben in ersten Versuchen großes Potenzial gezeigt. Durch die Neutralisierung von bis zu 80 Prozent der Zielviren in Zellen könnte dieser Ansatz zu neuen antiviralen Therapien führen. Weitere Tests an Mäusen werden zeigen, ob die Methode auch in lebenden Organismen funktioniert.






