Dominik Krause wird Münchens neuer Oberbürgermeister mit klaren Zielen für Wohnen, Verkehr und Drogenpolitik
Ida LangDominik Krause wird Münchens neuer Oberbürgermeister mit klaren Zielen für Wohnen, Verkehr und Drogenpolitik
Dominik Krause hat die Stichwahl um das Münchner Oberbürgermeisteramt gewonnen und am Sonntag 56,4 Prozent der Stimmen erhalten. Der 35-jährige Grünen-Politiker wird sein Amt am 1. Mai antreten und setzt dabei Schwerpunkte auf Wohnungsbau, Verkehrswende und eine progressive Drogenpolitik. Sein Sieg markiert den vorläufigen Höhepunkt einer politischen Karriere, die 2009 nach der Beobachtung einer Neonazi-Demonstration begann.
Krause stieg mit 19 Jahren in die Politik ein, nachdem er während seines Zivildienstes einen rechtsextremen Aufmarsch gegen eine Flüchtlingsunterkunft miterlebt hatte. Diese Erfahrung veranlasste ihn, sich der Initiative München ist bunt anzuschließen und später der Grünen Partei beizutreten. Mit 24 Jahren zog er 2014 in den Stadtrat ein und wurde 2022 Fraktionsvorsitzender.
2023 übernahm er mit 32 Jahren das Amt des Zweiten Bürgermeisters von München. Krause absolvierte ein Physikstudium an der Technischen Universität München, doch sein öffentliches Wirken prägte vor allem seine politische Arbeit.
Sein Wahlkampf konzentrierte sich auf drei zentrale Themen: den Bau von 50.000 bezahlbaren Wohnungen durch Neubauten, Nachverdichtung und die Umwandlung von Büroräumen; die Umverteilung des Straßenraums zugunsten von Fußgängern und Radfahrern auf Kosten des Autoverkehrs; sowie die Entkriminalisierung von Cannabis. Das Oktoberfest bezeichnete er einst als die "größte Freiluft-Drogenszene der Welt" und plädierte für einen liberalerem Umgang mit Drogen. Krause plant zudem, die meisten dienstlichen Termine mit dem Fahrrad zu erledigen – ein Zeichen für seine verkehrspolitischen Ziele.
Am 1. Mai wird Krause sein Amt mit einem klaren Programm antreten: große Wohnungsbauprojekte, eine Verkehrswende und Reformen in der Drogenpolitik. Das Wahlergebnis spiegelt einen politischen Richtungswechsel in München wider, nach Jahren unter der SPD-Führung von Dieter Reiter.






