Eklat bei Meistersingern in Stuttgart: Buhrufe gegen Celan-Gedicht unterbrechen Premiere
Greta SchulzEklat bei Meistersingern in Stuttgart: Buhrufe gegen Celan-Gedicht unterbrechen Premiere
Eine jüngste Inszenierung der Meistersinger von Nürnberg in Stuttgart sorgte für Aufsehen, als Zuschauer eine Regieentscheidung mit Buhrufen quittierten. Während der Aufführung kam es zu Zwischenrufen – einige Besucher riefen "Stopp!" und "Wir wollen Musik!", als ein Gedicht des Holocaust-Überlebenden Paul Celan vorgetragen wurde.
Der Vorfall ereignete sich bei der Premiere. Johannes Lachermeier, Kommunikationsdirektor der Staatsoper Stuttgart, verurteilte die Störungen später als "respektlos" gegenüber Celans Andenken und forderte einen respektvolleren Umgang mit künstlerischen Entscheidungen.
Ein Beobachter, der zunächst kritisch gegenüber mutigen Regieansätzen in Stuttgarts Ring-Zyklus eingestellt war, räumte ein, selbst früher Vorbehalte gehabt zu haben. Nach reiflicher Überlegung zählt er genau diese Produktion mittlerweile zu seinen liebsten Opernerlebnissen. Zwar verstehe er die Verärgerung der Oper über die Unterbrechungen, doch räumt er auch ein, dass starke emotionale Reaktionen auf Kunst spontan und zutiefst persönlich sein können.
Bisher wurden weder vonseiten der Oper noch der Stadtbehörden weitere Maßnahmen angekündigt, um ähnliche Konflikte künftig zu verhindern.
Die Auseinandersetzung spiegelt die anhaltenden Spannungen zwischen traditionellen Erwartungen und modernen Neudeutungen klassischer Werke wider. Die Staatsoper Stuttgart bekräftigte zwar ihre Haltung, dass Debatten respektvoll geführt werden sollten, führte jedoch keine neuen Regelungen zur Eindämmung von Zuschauerprotesten ein. Der Vorfall bleibt ein viel diskutiertes Thema in der Debatte um künstlerische Freiheit und historischen Takt.
Rückkehr der Ruhe bei der zweiten 'Meistersinger'-Aufführung in Stuttgart
Die zweite Aufführung von Wagners 'Meistersinger' an der Staatsoper Stuttgart verlief ohne gemeldete Störungen nach der kontroversen Celan-Lesung bei der Premiere. Wichtige Entwicklungen sind:
- Elisabeth Stöppler leitete die Produktion mit Cornelius Meister als Dirigent, beides nicht in den ursprünglichen Berichten erwähnt.
- Die Zuschauerreaktionen während der Premiere reichten von 'Aufhören!'-Rufen bis zu anhaltendem Applaus, wie von Kommunikationsdirektor Johannes Lachermeier bemerkt.
- Die 7. Februar 2026 Premiere umfasste zusätzliche Gedichte von Nelly Sachs neben Celans 'Todesfuge', die Wagner Werkes in Kontext setzen.






