Geheime Chats entlarven verbotene EVP-AfD-Zusammenarbeit im EU-Parlament
Ida LangSöder sieht keine Bedrohung für die EVP-Feuersperre gegen die AfD nach Chat-Kontroverse - Geheime Chats entlarven verbotene EVP-AfD-Zusammenarbeit im EU-Parlament
Ein geleakter Chatverlauf mit Mitgliedern der Europäischen Volkspartei (EVP) und der rechtsextremen AfD im Europaparlament hat heftige Kritik ausgelöst. Die Enthüllungen belegen eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Gruppen – trotz der offiziellen Ablehnung der EVP, mit der AfD zusammenzuarbeiten. Führende Politiker von CSU und CDU haben nun auf den wachsenden Skandal reagiert.
Der Eklat kam ans Licht, nachdem die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet hatte, dass EVP-Abgeordnete sich mit der AfD und anderen rechtspopulistischen Parteien verbündet hatten. Gemeinsam erarbeiteten sie einen Gesetzesentwurf zur Verschärfung der EU-Migrationspolitik. Dies steht im direkten Widerspruch zur langjährigen "Brandmauer"-Strategie der EVP, die eine Zusammenarbeit mit der AfD offiziell ausschließt.
Noch im März 2026 hatte EVP-Chef Manfred Weber betont, dass eine Kooperation mit der AfD "kategorisch ausgeschlossen" sei. CDU und CSU hatten sogar einen "Unvereinbarkeitsbeschluss" gefasst, um diese Haltung durchzusetzen. Doch interne Chats und Treffen aus demselben Monat zeigen, dass es weiterhin Gespräche zwischen den Gruppen gab.
CSU-Chef Markus Söder nannte den Vorfall "ziefst beunruhigend". Er unterstrich, dass die Brandmauer von CDU und CSU gegenüber der AfD weiterhin "unerschütterlich" stehe. Söder bestätigte zudem, dass Weber zugesagt habe, solche Vorfälle künftig zu verhindern und die Kontrollen zu verschärfen.
Weber selbst distanzierte sich jedoch von der Chatgruppe. Er behauptete, von deren Existenz nichts gewusst zu haben, und machte einzelne Mitarbeiter für die unautorisierten Kontakte verantwortlich.
Die geleakten Nachrichten offenbaren einen klaren Widerspruch zwischen den öffentlichen Bekundungen der EVP und ihrem tatsächlichen Handeln. Zwar hält die Partei offiziell an ihrer Ablehnung der AfD-Zusammenarbeit fest, doch werfen die Enthüllungen Fragen zur Umsetzung und inneren Disziplin auf. CSU und CDU bekräftigten zwar ihre Treue zur Brandmauer-Politik – doch die Affäre bleibt weiter in der Kritik.