Georg Hackl nennt Deutschland wegen maroder Infrastruktur eine "Bananenrepublik"
Mila MüllerGeorg Hackl nennt Deutschland wegen maroder Infrastruktur eine "Bananenrepublik"
Deutschlands Ruf als effizientes Land erleidet einen weiteren Dämpfer, nachdem der ehemalige Olympiasieger im Rennrodeln, Georg Hackl, die Bundesrepublik wegen ihrer maroden Infrastruktur als "Bananenrepublik" bezeichnet hat. Der dreifache Goldmedaillengewinner und heutige Trainer verwies auf jahrelange Verzögerungen und Vernachlässigung – und stellte dem die zügige Errichtung einer neuen Olympia-Bahn in Italien gegenüber.
Hackls Kritik kommt vor dem Hintergrund der anhaltenden Probleme mit der deutschen Rennschlittenbahn am Königssee nahe seinem Wohnort. Die Anlage ist seit Juli 2021 wegen leichter Überschwemmungsschäden nicht nutzbar, doch die Reparaturen sind bis heute nicht abgeschlossen. Er geißelte die jahrelange Untätigkeit und warf der politischen Führung in Deutschland vor, es an der Entschlossenheit fehlen zu lassen, die andere Länder an den Tag legten.
Stattdessen lobte er den italienischen Ansatz: Die neue Bob- und Rodelbahn in Cortina d'Ampezzo, erbaut für die Winterspiele 2026, wurde in nur 399 Tagen für 118 Millionen Euro fertiggestellt. Selbst Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini stattete der Baustelle während der Arbeiten einen Besuch ab. Allerdings erlitt die Bahn kurz nach dem Ende der Spiele am 22. Februar 2026 Schäden in Höhe von fast einer Million Euro, weshalb die für den 10. bis 12. März geplanten italienischen Meisterschaften abgesagt werden mussten. Währenddessen soll die deutsche Anlage am Königssee, die bereits 2021 beschädigt wurde, erst im November 2026 teilweise wiedereröffnet werden – die vollständige Instandsetzung wird erst rechtzeitig zu den Weltmeisterschaften 2028 erwartet.
Hackl nannte zudem weitere prominente Beispiele für Verzögerungen in Deutschland, darunter Stuttgart 21, den Flughafen Berlin Brandenburg und die Carolabrücke in Dresden. Seine Äußerungen sorgten auch im Ausland für Reaktionen: Einige ausländische Trainerkollegen zeigten sich fassungslos – manche lachten sogar über die deutschen Missstände.
Der Vergleich zwischen Deutschlands schleppendem Fortschritt und Italiens zügigem Vorgehen hat die Debatte über das Infrastrukturmanagement neu entfacht. Während die Bahn am Königssee nur langsam wiederhergestellt wird, unterstreicht der Kontrast zu Cortinas raschem Bau – und den anschließenden Schäden – die Herausforderungen, vor denen beide Länder stehen. Hackls offene Kritik erhöht nun den Druck auf die deutschen Verantwortlichen, die seit Langem bestehenden Verzögerungen endlich anzugehen.






