Gerresheimer wächst durch Übernahme – doch das Kerngeschäft schwächelt
Gerresheimer baut Präsenz im Pharma-Verpackungsmarkt aus – doch das Kerngeschäft stockt
Nach der Übernahme von Bormioli Pharma hat Gerresheimer seine Position im Bereich pharmazeutischer Verpackungen deutlich gestärkt. Durch den Deal stieg der europäische Marktanteil des Unternehmens auf rund 20 Prozent, weltweit sicherte es sich damit einen Platz unter den Top drei. Doch das Kerngeschäft kämpft mit Herausforderungen: Das organische Wachstum in zentralen Produktsparten fällt schwächer aus als erwartet.
Die Übernahme des italienischen Unternehmens Bormioli Pharma trieb den Umsatz von Gerresheimer im ersten Quartal 2024 auf 520,1 Millionen Euro – ein Plus von 11,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Ohne den Zukauf wäre der Umsatz jedoch um 6,5 Prozent gesunken. Die Branche für medizinische Verpackungen, die sich in wirtschaftlich schwierigen Zeiten oft als krisenresistent erweist, bleibt für Finanzinvestoren attraktiv.
Aktuell liegt die operative Marge von Gerresheimer bei 17,6 Prozent und damit unter dem für das Gesamtjahr angesetzten Ziel von 22 Prozent. Die Unternehmensführung prognostiziert bis Jahresende ein Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent, doch Kritiker monieren uneinheitliche operative Leistungen und mangelnde Transparenz. Besonders das organische Geschäft – zu dem Spritzen, Ampullen und Injektionssysteme zählen – entwickelt sich schleppender als erwartet.
Langfristig will sich Gerresheimer vom reinen Komponentenhersteller zum innovativen Systemanbieter wandeln. Zwar haben Übernahmen zuletzt für Wachstum gesorgt, doch Analysten betonen, dass eine nachhaltige Wende mehr erfordert als nur Zukäufe. Durch die Bormioli-Übernahme hat das Unternehmen seine Kapazitäten ausgebaut und die Qualität verbessert – und liegt damit nun vor Konkurrenten wie Schott und SGD Pharma.
Die Übernahme-Strategie von Gerresheimer hat die Marktposition zwar gefestigt, doch das Kerngeschäft bleibt unter Druck. Um die finanziellen Ziele zu erreichen und langfristige Stabilität zu sichern, muss das Unternehmen seine organische Performance steigern. Bisher stützt sich das Wachstum jedoch vor allem auf externe Deals – und weniger auf eigene Dynamik.






