31 March 2026, 14:02

Hamburger Gericht verurteilt homophobe Beleidigungen in der U-Bahn zu 1.200 Euro Strafe

Schwarzer Hintergrund mit fetter weißer Schrift, die "Es gibt keinen Platz in Amerika für Hass" von Präsident Joe Biden liest.

Hamburger Gericht verurteilt homophobe Beleidigungen in der U-Bahn zu 1.200 Euro Strafe

Ein Hamburger Gericht hat einen Mann wegen homophober Beleidigungen und Bedrohungen in einer U-Bahn zu einer Geldstrafe von 1.200 Euro verurteilt. Der Vorfall begann, als Michael W. Tibor P. wegen dessen Schuhwahl attackierte. Zeugen griffen ein, doch die Auseinandersetzung eskalierte, bevor die Polizei eintraf.

Der Streit ereignete sich, als Tibor P. auf dem Heimweg von einem Schwulenclub war. Michael W. machte abfällige Bemerkungen über dessen Lackschuhe und beleidigte ihn anschließend mit homophoben Schimpfworten. Ein Passant stellte sich schützend vor P., wurde jedoch von W. ebenfalls bedroht.

Tibor P. schilderte später, er habe sich während des Angriffs überfordert, gedemütigt und verängstigt gefühlt. Tolga G., ein weiterer Zeuge, gab zu, dass seine Erinnerung aufgrund von Alkoholkonsum lückenhaft sei. Die Polizei wurde gerufen, nachdem W. Versuche, die Situation zu beruhigen, abwehrte.

Für W. war dies nicht der erste Konflikt mit den Behörden. Aus den Gerichtsakten gingen Vorstrafen wegen Beleidigung von Beamten und Widerstands gegen staatliche Maßnahmen hervor. Bei der Urteilsverkündung lobte der Richter den Zivilcourage des Passanten und Tibor P.s. Obwohl W. sich für sein Verhalten entschuldigte, wurde er zu der Geldstrafe verurteilt, die in 150 Tagessätzen abgestottert werden muss.

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Der Fall steht für einen besorgniserregenden Trend: In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 2.048 queerfeindliche Hassverbrechen registriert – zehnmal so viele wie 2010.

Das Urteil sendet ein klares Signal über die Konsequenzen von hassmotivierter Belästigung. Michael W. muss nun 1.200 Euro zahlen, während Tibor P. und der Zeuge für ihren Mut gewürdigt wurden. Der Vorfall unterstreicht die wachsende Sorge über steigende Gewalt gegen LGBTQ+-Personen im Land.

Quelle