30 April 2026, 06:02

Handwerksverband ZDK reformiert Strukturen nach Machtkampf mit Kfz-Gewerbe

Altes deutsches Aktienzertifikat mit blauem Rand, auf dem "Schweiz Wagons-Fabrik A.G." steht

Handwerksverband ZDK reformiert Strukturen nach Machtkampf mit Kfz-Gewerbe

Ein langjähriger Streit zwischen dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDK) und dem Zentralverband der Kfz-Gewerbe (ZVK) hat zu tiefgreifenden strukturellen Reformen innerhalb der Organisation geführt. Die im Januar 2023 eingeführten Änderungen zielen darauf ab, mehr Transparenz zu schaffen und die Entscheidungsstrukturen klarer zu regeln. Die Spannungen hatten sich kurz vor der Verabschiedung der neuen Regeln deutlich verschärft.

Die Reformen befassen sich auch mit finanziellen Meinungsverschiedenheiten, darunter eine umstrittene Forderung des ZVK nach Mitgliedschaftsbeiträgen Ende 2025.

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Der Konflikt zwischen ZDK und ZVK eskalierte vor allem wegen gemeinsamer Governance-Fragen und Finanzierungsstreitigkeiten. Im Oktober 2025 beanspruchte der ZVK Anspruch auf 95 Prozent der Mitgliedschaftsgebühren des ZDK, was eine rasche Überarbeitung des Beitragssystems zur Folge hatte. Rechtliche Auseinandersetzungen über Kfz-Prüfgebühren hatten bereits an Brisanz verloren, sodass die Organisationsstruktur zum zentralen Streitpunkt wurde.

Als Reaktion leitete der ZDK umfassende Maßnahmen ein: Er löste die gemeinsamen Personalstrukturen mit dem ZVK auf und schuf eine klare Trennung zwischen den beiden Verbänden. Ausschüsse wurden auf Beratungsfunktionen beschränkt, während die Führungsebene die alleinige Befugnis erhielt, öffentlich im Namen der Organisation zu sprechen.

Zudem wurden neue Mitgliedschaftsregeln eingeführt. Handwerksbetriebe können sich nun direkt der ZDK-Zentrale in Bonn anschließen, was das Risiko verringert, dass Innungen den Anschluss verlieren. Darüber hinaus erhält die Handwerksführung einen garantierten Sitz im ZDK-Vorstand, wobei alle Personalentscheidungen demokratisch abgestimmt werden müssen.

Der ZDK hat sich verpflichtet, die Betreuung in betroffenen Regionen zu verstärken. Unternehmen erhalten detaillierte Erläuterungen zu den Gründen und möglichen Folgen eines Austritts aus dem Verband. Diese Schritte entsprechen dem übergeordneten Ziel des ZDK, seine Arbeit enger an den Bedürfnissen der Branche auszurichten und für klarere Governance-Strukturen zu sorgen.

Die Reformen markieren einen Wendepunkt in der Arbeitsweise des ZDK und seiner Zusammenarbeit mit dem ZVK. Für eine Wiederaufnahme der Kooperation muss der ZVK das neue Regelwerk akzeptieren und die politische Gestaltungshoheit des ZDK anerkennen. Die Änderungen schaffen zudem strengere finanzielle Kontrollen und direkte Mitgliedschaftswege, was künftige Konflikte um Struktur und Finanzierung verringern soll.

Quelle