IG Metall plant "Job-to-Job"-Netzwerk gegen Fachkräftemangel in Sachsen-Anhalt
Finn KleinIG Metall plant "Job-to-Job"-Netzwerk gegen Fachkräftemangel in Sachsen-Anhalt
Die IG Metall für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt setzt sich für ein landesweites "Job-to-Job"-Netzwerk in Sachsen-Anhalt ein. Das Vorhaben zielt darauf ab, die wachsende Diskrepanz zwischen Branchen mit Personalüberschuss und solchen mit Fachkräftemangel zu überwinden. Wie Thorsten Gröger, der Bezirksleiter der Gewerkschaft, betont, sei es eine Verschwendung von wertvollem Know-how, erfahrene Beschäftigte in die Arbeitslosigkeit zu drängen.
Sachsen-Anhalt steht derzeit vor erheblichen Herausforderungen: Dekarbonisierung, digitale Transformation, sich verschiebende geopolitische Prioritäten und eine alternde Belegschaft setzen die Wirtschaft unter Druck. Dadurch gibt es in einigen Sektoren zu viele Beschäftigte, während andere verzweifelt nach qualifizierten Kräften suchen. Gröger argumentiert, dass ein gut strukturiertes Netzwerk Arbeitsplatzverluste verhindern könnte, indem es Mitarbeiter direkt in neue Beschäftigungsverhältnisse vermittelt – noch bevor Arbeitslosigkeit eintritt.
Bevor externe Lösungen in Betracht gezogen werden, fordert die Gewerkschaft, dass Unternehmen zunächst interne Maßnahmen ergreifen müssen, um Wissen und Erfahrung zu erhalten. Ziel ist es, ein dauerhaftes System aufzubauen, das den industriellen Wandel so gestaltet, dass Beschäftigte geschützt und die regionale Stabilität gewahrt bleiben.
Das geplante Netzwerk würde bestehende, aber zersplitterte Arbeitsmarktinitiativen zusammenführen und eine einheitliche, langfristige Lösung schaffen. Gröger verwies dabei auf erfolgreiche Projekte in anderen Bundesländern, wie etwa "OctoFlexBW" in Baden-Württemberg, das 700 Elektrofahrzeuge in das Netzmanagement integrierte, um Engpässe in der Industrie zu entschärfen. Ebenso erreichte das automatisierte Steuerpilotprojekt in Kassel (Hessen) durch effizientere Dienstleistungen für 6.000 Bürger eine Zustimmungsrate von 75 Prozent. Diese Beispiele zeigen, wie strukturierte Ansätze praktische Ergebnisse liefern können.
Um das Vorhaben voranzubringen, plant die IG Metall Gespräche mit der Landesregierung, Arbeitgeberverbänden und der regionalen Arbeitsagentur. Gröger unterstrich, dass ein moderner Industriestandort den Fokus auf reibungslose Übergänge legen sollte – statt lediglich den Verlust von Kompetenzen zu verwalten.
Das Netzwerk würde einen kontinuierlichen Rahmen für die Bewältigung industrieller Umbrüche bieten und wirtschaftliche Verwerfungen minimieren. Bei Umsetzung könnte es Sachsen-Anhalt helfen, Fachkräfte zu halten und Unternehmen während des anhaltenden Strukturwandels zu unterstützen. Die weiteren Schritte hängen von den anstehenden Beratungen mit den wichtigsten Akteuren ab.






