23 April 2026, 02:01

Immer bessere Abiturnoten – doch viele Studierende kämpfen mit Grundlagenwissen

Plakat mit animierten Figuren und Text, der besagt, dass die internationale Studentenzahl in den USA um 10% auf 974.926 in 2014/15 gestiegen ist.

Immer bessere Abiturnoten – doch viele Studierende kämpfen mit Grundlagenwissen

Schüler in Deutschland verlassen die Schule mit besseren Abiturnoten als je zuvor. Der bundesweite Durchschnitt hat sich von 2,5 im Jahr 2006 auf heute 2,36 verbessert. Doch trotz dieser gestiegenen Leistungen warnen Hochschuldozenten, dass vielen Studierenden nach wie vor grundlegende Fähigkeiten für ein erfolgreiches Studium fehlen.

Die Kluft zwischen Schulnoten und Studienreife wird zunehmend zum Problem. Walter Koch, Präsident des Deutschen Hochschulverbandes (DHV), betont, dass das Abitur die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Absolventen widerspiegeln sollte. Er warnt davor, dass durch überhöhte Spitzennoten falsche Erwartungen bei den Studienanfängern geweckt würden.

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Dozenten stellen deutliche Defizite in zentralen Kompetenzbereichen fest. Viele Erstsemester haben Schwierigkeiten mit grundlegendem Mathematikverständnis, Lesekompetenz und präziser schriftlicher Ausdrucksfähigkeit. Einige zeigen zudem nur wenig Bereitschaft, sich intensiv mit wissenschaftlichen Texten auseinanderzusetzen. Um diese Lücken zu schließen, bieten Hochschulen Brückenkurse in den Kernfächern an. Allerdings begrenzen kapazitive Engpässe die Anzahl der teilnehmenden Studierenden.

Koch fordert, der Noteninflation entgegenzuwirken, um die Glaubwürdigkeit des Abiturs zu bewahren. Ohne Gegenmaßnahmen drohe der Schulabschluss seinen Wert als verlässlicher Indikator für die Studierfähigkeit zu verlieren.

Der Trend zu immer besseren Abiturnoten steht in krassem Gegensatz zu den Kompetenzlücken, die an den Universitäten beobachtet werden. Während die Schulen höhere Noten vergeben, sehen sich Dozenten weiterhin mit Studierenden konfrontiert, die in grundlegenden Bereichen zusätzliche Förderung benötigen. Solange sich an den Bewertungsmaßstäben nichts ändert, wird die Diskrepanz zwischen formaler Qualifikation und tatsächlicher Studienvorbereitung voraussichtlich bestehen bleiben.

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