26 March 2026, 12:01

Karmasin bleibt Landrat – doch die politische Landschaft im Landkreis Fürstenfeldbruck bröckelt

Eine Gruppe von Menschen, die vor einer Menge jubeln, mit einem Banner im Hintergrund, auf dem "Wir haben die Wahl gewonnen." steht

Karmasin bleibt Landrat – doch die politische Landschaft im Landkreis Fürstenfeldbruck bröckelt

Thomas Karmasin hat sich eine weitere Amtszeit als Landrat des Landkreises Fürstenfeldbruck gesichert, nachdem er die Stichwahl am Sonntag für sich entschieden hat. Mit 56,4 Prozent der Stimmen setzte er sich gegen seine Herausforderin Ronja von Wurmb-Seibel durch und führt damit die Geschicke des wohlhabenden Münchner Speckgürtels für weitere sechs Jahre fort.

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Die Wahl markiert einen Wandel in der politischen Landschaft des Landkreises. Traditionell dominierte die CSU die lokale Politik und erreichte von den 1990er- bis zu den 2010er-Jahren regelmäßig über 40 Prozent der Stimmen. Doch seit Mitte der 2010er-Jahre bröckelt die Unterstützung: Die Grünen stiegen auf 25 bis 30 Prozent in den Jahren 2020 und 2024 – angetrieben von Umweltbewusstsein und Urbanisierung. Auch die AfD gewann an Boden und erreichte seit 2017 stabil 10 bis 15 Prozent, während SPD und FDP unter die 10-Prozent-Marke fielen.

Karmasins stärkste Zustimmung kam aus Adelshofen, wo er 73,3 Prozent der Stimmen holte. Von Wurmb-Seibel hingegen lag in Eichenau und Grafrath jeweils über 50 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug 52,1 Prozent und lag damit leicht unter den Vorjahren.

Nach dem Ergebnis würdigte Karmasin die grundlegend andere politische Vision seiner Kontrahentin. Von Wurmb-Seibel zeigte sich zwar enttäuscht, betonte aber ihren Stolz auf den Wahlkampf und kündigte an, sich weiterhin im Kreistag zu engagieren. Karmasin bestätigte zudem, dass dies seine letzte Amtszeit sein werde – eine erneute Kandidatur in sechs Jahren schloss er aus.

Die Siegfeier umfasste ein 30-Liter-Bierfass, das der CSU-Kreistagsabgeordnete Engelbert Jais in Erfüllung eines Wahlkampfversprechens lieferte.

Karmasins Sieg garantiert zwar Kontinuität in der Führung des Landkreises, allerdings mit einer schmaleren Mehrheit als in früheren Wahlen. Der wachsende Einfluss von Grünen und AfD deutet auf veränderte Prioritäten der Wähler hin. Seine letzte Amtszeit wird nun die Weichen in einer Region stellen, in der traditionelle Parteibindungen nicht mehr selbstverständlich sind.

Quelle