22 March 2026, 00:01

Lockerungen der Düngevorschriften 2027: Was sich für Landwirte jetzt ändert

Eine Graslandschaft mit offenem Gelände und verstreuter Vegetation.

Lockerungen der Düngevorschriften 2027: Was sich für Landwirte jetzt ändert

Bund und Länder haben neue Vereinbarungen getroffen, um die landwirtschaftlichen Vorschriften vor der Düngeperiode 2027 zu lockern. Die Änderungen umfassen Ausnahmen für kleine Betriebe, gelockerte Umweltauflagen und verlängerte Umstellungsfristen. Gleichzeitig zeigt ein Streit über Tierhaltungsförderungen die anhaltenden Spannungen zwischen den Landesregierungen auf.

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Zum 1. Januar 2026 traten mehrere zentrale Anpassungen in Kraft. Betriebe unter 30 Hektar wurden rückwirkend von Fruchtfolgekontrollen und Strafen befreit. Ökobauern müssen künftig die GLÖZ-Standards 1, 3, 4, 5, 6 und 7 nicht mehr erfüllen. Zudem wurde die Umstellungsfrist für Nutzungsänderungen von fünf auf sieben Jahre verlängert.

Die gelockerten Greening-Regeln (GLÖZ) erlauben nun die Nutzung von Brachflächen zur Schädlingsbekämpfung und reduzieren strenge Vorgaben für Blühstreifen. Landwirte müssen zudem Dauergrünland oder Kleegrasflächen nicht umbrechen, wenn diese bis zum Stichtag 1. Januar als Ackerland gemeldet waren.

Nicht alle Vorhaben setzten sich jedoch durch: Der niedersächsische Plan für eine freiwillige Milchmengenreduzierung – ohne Entschädigung – scheiterte an fehlender Mehrheit. Heftige Kontroversen gab es auch über Subventionen für die Modernisierung von Tierställen zur Verbesserung des Tierschutzes.

Über die nationalen Änderungen hinaus lehnten neun Bundesländer, darunter Sachsen, die EU-Naturwiederherstellungsverordnung formal ab. In einem Schreiben vom 29. Oktober 2025 an Umweltkommissarin Jessika Roswall forderten sie die Bundesregierung auf, sich für eine vollständige Verschiebung der Umsetzung einzusetzen – nicht nur für Kleinbetriebe.

Eine hochrangige Arbeitsgruppe erarbeitet derzeit eine Düngestrategie, die auf der Herbsttagung der Agrarminister Ende September vorgestellt werden soll.

Die jüngsten Beschlüsse sollen Landwirten vor der Düngeperiode 2027 mehr Rechtssicherheit bieten. Zwar entlasten einige Maßnahmen die Betriebe ökologisch und bürokratisch, doch die Konflikte um Subventionen und EU-Vorgaben zeigen: Die Spannungen bleiben bestehen. Die anstehende Düngestrategie könnte auf der Ministerkonferenz weitere Lösungsansätze liefern.

Quelle