15 May 2026, 08:02

Neue Behörde soll Digitalisierung der Schiene in Deutschland vorantreiben – doch es fehlt an Tempo

Ein Plakat, das eine detaillierte Karte des U.S.-amerikanischen Hochgeschwindigkeits-Personenverkehrsprogramms zeigt, einschließlich Routen und wichtiger Standorte, mit begleitendem Text, der das Vorhaben erklärt.

Neue Behörde soll Digitalisierung der Schiene in Deutschland vorantreiben – doch es fehlt an Tempo

Das Bündnis Allianz pro Schiene begrüßt die Entscheidung der Bundesregierung, eine neue Koordinierungsstelle für die Digitalisierung der Schiene einzurichten. Unter der Leitung des Bundesverkehrsministeriums soll die Behörde den Ausbau des europäischen Zugsteuerungssystems European Rail Traffic Management System (ERTMS) und dessen Kernkomponente, dem European Train Control System (ETCS), beschleunigen. Trotz dieses Fortschritts warnt das Bündnis, dass erhebliche Verzögerungen die digitale Transformation des Sektors weiterhin gefährden.

Die neue Koordinierungsstelle wird die Digitalisierung des Schienenverkehrs steuern und dabei den Fokus auf eine bessere Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten legen. Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, bezeichnete den Schritt als wichtigen Meilenstein für die Organisation des Prozesses. Gleichzeitig betont das Bündnis, dass die Bahnunternehmen die hohen Kosten für die Umrüstung nicht allein tragen sollten, da ERTMS und ETCS darauf abzielen, die nationalen Signalsysteme in ganz Europa zu vereinheitlichen.

Aktuell ist weniger als 2 % des deutschen Bundes-Schienennetzes mit ETCS ausgestattet – ein Wert, der deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 9 % liegt. Das System erfordert sowohl Anpassungen an der Infrastruktur als auch an den Lokomotiven, wobei herkömmliche Signalsysteme entlang der Strecke durch digitale Übertragungen ersetzt werden, die direkt ins Führerstand des Triebfahrzeugführers gesendet werden. Um die Einführung zu beschleunigen, fordert das Bündnis ein eigenes Förderprogramm, das die Nachrüstung bestehender Züge mit ETCS-Technologie unterstützt.

Der Branchenverband lobt zwar die Initiative der Regierung, besteht jedoch darauf, dass finanzielle Unterstützung entscheidend ist. Ohne diese droht das langsame Tempo der Digitalisierung die Bemühungen zur Modernisierung des Schienenverkehrs und zur Steigerung der grenzüberschreitenden Effizienz zu behindern.

Die neue Koordinierungsstelle markiert einen Schritt in Richtung besserer Steuerung der Digitalisierung im deutschen Schienenverkehr. Angesichts des bisher nur geringen Anteils ETCS-ausgestatteter Strecken sind jedoch erhebliche Investitionen und eine enge Zusammenarbeit nötig, um die Ziele des Bündnisses zu erreichen. Der Erfolg des Systems hängt davon ab, dass die Umrüstung schneller voranschreitet und die finanziellen Lasten zwischen öffentlichen und privaten Akteuren fair verteilt werden.

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