16 March 2026, 14:02

Neue Matrix hilft Landwirten bei der Auswahl idealer Kulturen für Agri-Photovoltaik-Projekte

Eine Luftaufnahme eines Solarparks mit zahlreichen Solarpanelen in einem Feld, umgeben von B├Ąumen, Gras und Wasser, mit einem Zug, der ├╝ber eine Eisenbahnschiene f├Ąhrt.

Neue Matrix hilft Landwirten bei der Auswahl idealer Kulturen für Agri-Photovoltaik-Projekte

Forscher der Technischen Hochschule Ingolstadt haben ein neues Werkzeug entwickelt, das Landwirten bei der Auswahl der besten Kulturen für Agri-Photovoltaik-Projekte helfen soll. Ihre Matrix analysiert, wie verschiedene Pflanzen auf Solarmodule reagieren, die über Ackerflächen installiert werden. Die Ergebnisse sollen kleine landwirtschaftliche Gemeinschaften und die nachhaltige Energieentwicklung im ländlichen Raum unterstützen.

Die unter dem Titel "Kulturenauswahl in der Agri-PV: Strategisches Entscheidungsmodell auf Basis einer internationalen Übersichtsstudie" veröffentlichte Untersuchung erschien im Fachmagazin Solar Compass. Sie stützt sich auf Daten aus 117 Agri-Photovoltaik-Forschungsprojekten in über 25 Ländern. Das Team bewertete zwölf wichtige Nutzpflanzenarten und untersuchte deren Reaktion auf Beschattung, Wasserbedarf, Schattenverträglichkeit und Platzanforderungen.

Die Matrix nutzt Daten zur globalen horizontalen Sonneneinstrahlung (GHI), um Pflanzen mit geeigneten Solarressourcen-Zonen abzugleichen. Beeren, Obstbäume und Gemüse gedeihen besonders gut unter Solarmodulen, da die Paneele günstige Mikroklimata schaffen. Getreide, Faserpflanzen und Ölsaaten hingegen benötigen mehr Fläche und kommen mit starker Beschattung weniger gut zurecht.

Kräuter, Gräser und Hülsenfrüchte schneiden vor allem in wasserarmen, ariden und semiariden Regionen besonders gut ab. Das macht sie ideal für die Agri-Photovoltaik in trockenen Klimazonen. Das System zeigt zudem, dass sich Agri-Photovoltaik besonders für dezentrale Erneuerbare-Energien-Projekte eignet, bei denen eine geringere Photovoltaik-Leistung pro Hektar praktikabler ist.

Die Forscher schlagen vor, die Genauigkeit des Modells durch Praxisbeispiele, Felddaten sowie Rückmeldungen von Landwirten und Beteiligten weiter zu verbessern.

Die neue Matrix bietet eine datengestützte Methode zur Auswahl von Kulturen für die Agri-Photovoltaik und ermöglicht eine ausgewogene Kombination aus Energieerzeugung und Nahrungs- oder Futtermittelertrag. Sie hilft Landwirten und Projektentwicklern, fundierte Entscheidungen auf Basis lokaler Klimabedingungen und Ressourcen zu treffen. Künftige Aktualisierungen könnten die Präzision durch praktische Tests und Gemeinschaftsfeedback weiter erhöhen.

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