Normenkontrollrat fordert radikale Reform der Baustandards für günstigeren Wohnraum
Ida LangNormenkontrollrat fordert radikale Reform der Baustandards für günstigeren Wohnraum
Nationaler Normenkontrollrat schlägt weitreichende Reformen der Baustandards vor
Der Nationale Normenkontrollrat (NKR) hat umfassende Änderungen der Bauvorschriften vorgeschlagen, um die Kosten zu senken und die Wohnungsnot zu entschärfen. Die Empfehlungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Bundesministerien Pläne für ein neues Gebäudetyp-E-Gesetz vorstellen – ein Gesetzesentwurf soll in den kommenden Monaten folgen.
NKR-Präsident Lutz Goebel argumentiert, dass strenge technische Vorgaben die Baukosten in die Höhe treiben und bezahlbaren Wohnraum verhindern. Als Lösung schlägt der Rat ein dreistufiges System vor: eine Grundausführung, eine mittlere und eine Premium-Stufe. Künftig soll die Grundvariante zum Standard werden, wobei Bauherren weiterhin höhere Qualitätsstufen wählen können.
Zudem regt der NKR an, den Einsatz von DIN-zertifizierten Verfahren zu reduzieren, die oft mit hohem Aufwand und zusätzlichen Kosten verbunden sind. Die Reformen zielen darauf ab, die Vorschriften zu vereinfachen, ohne die Möglichkeit für anspruchsvollere Projekte einzuschränken. Die Empfehlungen des Rates werden nun im Rahmen des geplanten Gebäudetyp-E-Gesetzes von der Bundesregierung geprüft.
Die Bundesministerinnen Verena Hubertz und Stefanie Hubig haben bereits zentrale Punkte für das neue Vorhaben skizziert. Das Justizministerium wird voraussichtlich in den nächsten Monaten einen Gesetzesentwurf vorlegen, der die Inputs des NKR und weiterer Beteiligter berücksichtigt.
Falls die Reformen umgesetzt werden, könnten sie die Baukosten senken und den Wohnungsbau beschleunigen. Das Gebäudetyp-E-Gesetz würde einen flexibleren Ansatz bei Baustandards einführen, wobei die Grundstufe künftig als Regelstandard gelten soll. Die endgültige Entscheidung der Regierung wird zeigen, wie die Änderungen bundesweit umgesetzt werden.






