Oberasbachs Haushalt im Spannungsfeld: Sparen oder strategisch investieren?
Ida LangOberasbachs Haushalt im Spannungsfeld: Sparen oder strategisch investieren?
Oberasbachs Finanzen haben sich stabilisiert – trotz steigender Kosten und wirtschaftlicher Belastungen
In den vergangenen fünf Jahren hat Oberasbach seine Haushaltslage konsolidiert, obwohl die Ausgaben stiegen und der wirtschaftliche Druck zunahm. Deutlich gestiegene Gewerbesteuereinnahmen – darunter ein Plus von 15 Prozent im Jahr 2024 – halfen, große Posten wie die 8-Millionen-Euro-Sanierung der Hauptstraße 2023 auszugleichen. Nun legen zwei lokale Politiker konkurrierende Pläne für die künftige Haushalts- und Stadtentwicklung vor.
In den letzten Jahren verzeichnete die Stadt bescheidene Haushaltsüberschüsse, vor allem dank höherer Gewerbesteuereinnahmen durch neue Gewerbegebiete. Gleichzeitig belasteten inflationsbedingte Sozialausgaben und große Infrastrukturprojekte wie die Straßensanierung 2023 die öffentlichen Kassen.
Thomas Diebenbusch (Grüne/Freie Wähler) lehnt den Verkauf aller städtischen Grundstücke an die kommunale Wohnungsbaugenossenschaft ab und verweist auf die Notwendigkeit stabiler Einnahmen in unsicheren Zeiten. Stattdessen setzt er auf den Ausbau der Ganztagsschulen, die Modernisierung der technischen Infrastruktur und die Beseitigung von Mängeln in Schulen und Kitas. Sein Konzept umfasst zudem eine langfristige Schulentwicklungsplanung und mehr Verkehrssicherheit. Um die Kosten im Griff zu behalten, plädiert er für professionelles Projektmanagement durch Generalunternehmer und eine bessere Ausschöpfung vorhandener Fördermittel.
Marco Haas (CSU) verfolgt einen umfassenderen Ansatz und will die Stadtfinanzen mit klaren Prioritäten umstrukturieren. Er setzt auf interkommunale Zusammenarbeit und die Digitalisierung der Verwaltung, um langfristig Kosten zu sparen. Sein Plan sieht vor, städtische Flächen über die Wohnungsbaugesellschaft (WBG) zu nutzen, um Investitionen anzuziehen, dabei aber die Steuerung der städtischen Entwicklung zu behalten. Für lokale Unternehmen schlägt er eine digitale Einkaufsplattform vor und regt an, das Gelände des Bauhofs des Landkreises auf Potenziale für neue Gewerbeflächen zu prüfen. Haas will zudem die Ganztagsbetreuung ausbauen, die Infrastruktur erhalten und bestehende Einrichtungen modernisieren, um Oberasbach generationenübergreifend inklusiver zu gestalten.
Beide Politiker sind sich einig, dass sparsam gewirtschaftet werden muss. Haas betont strategische Investitionen in den Tiefbau, um sicherzustellen, dass Projekte sowohl praxisnah als auch bezahlbar bleiben. Diebenbusch hingegen pocht darauf, den Konsolidierungskurs beizubehalten, um die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt wiederherzustellen.
Oberasbach steht nun vor der Entscheidung zwischen Diebenbuschs Fokus auf Bildung und Kostendämpfung und Haas' breiter angelegtem Ansatz mit Digitalisierung, kommunaler Vernetzung und generationenübergreifender Teilhabe. Die nächsten Haushaltsbeschlüsse werden zeigen, wie die Stadt in den kommenden Jahren Wachstum und finanzielle Stabilität in Einklang bringt.