04 May 2026, 10:01

Palforzia wird vom Markt genommen – was bedeutet das für Erdnussallergiker?

Eine Schachtel Erdnüsse auf einem Tisch mit einer Plastikabdeckung und einem Löffel daneben, umgeben von zusätzlichen Schachteln.

Palforzia wird vom Markt genommen – was bedeutet das für Erdnussallergiker?

Palforzia, das erste zugelassene Medikament zur Erdnussallergie-Desensibilisierung, wird vom Markt genommen. Der Hersteller Stallergenes Greer bestätigte, dass das Arzneimittel bis zum 31. Juli 2023 nicht mehr vermarktet wird. Bestehende Bestände bleiben jedoch im Rahmen eines gestuften Übergangsplans für Patient:innen verfügbar.

Palforzia war Ende 2021 für Kinder ab vier Jahren eingeführt worden. Ziel war es, durch kontrollierte Exposition schwere allergische Reaktionen bei Erdnussallergiker:innen zu verringern. Doch bereits im Februar 2022 stellte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) die Wirksamkeit des Mittels infrage.

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Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) entschied später, dass die Therapie keinen nachgewiesenen Vorteil gegenüber einer einfachen Beobachtung biete. Dennoch einigten sich die zuständigen Behörden auf einen schrittweisen Rückzug, um die Versorgung der aktuellen Anwender:innen nicht abrupt zu beenden.

Die Starterpackung zur Dosissteigerung bleibt bis zum 31. März 2026 erhältlich. Patient:innen, die bereits höhere Dosen einnehmen, können die 300-Milligramm-Erhaltungsdosis bis März 2027 weiter nutzen. Alle Phasen der Dosissteigerung (Stufen 1 bis 11) stehen bis Ende 2026 zur Verfügung.

Stallergenes Greer sicherte zu, alle regulatorischen Auflagen während der Übergangsphase zu erfüllen. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB), die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) haben den Zeitplan abgestimmt, um einen reibungslosen Übergang für betroffene Patient:innen zu gewährleisten.

Die Marktrücknahme von Palforzia folgt Bedenken hinsichtlich seines klinischen Nutzens. Aktuelle Anwender:innen des Medikaments haben jedoch noch mehrere Jahre Zugang zu den Beständen gemäß dem vereinbarten Fahrplan. Hersteller und Gesundheitsbehörden werden den Prozess begleiten, um die Auswirkungen auf die Therapiepläne so gering wie möglich zu halten.

Quelle