25 April 2026, 06:02

Philipp Amthor fordert CDU zu klarem Feminismus-Kurs – doch seine Vergangenheit widerspricht

Gruppe von Menschen mit einem Banner, das "Kein Feminismus ohne Trans-Frauen" und Schilder in einem öffentlichen Raum mit einer Wand und einem Rollladen im Hintergrund zeigt.

Philipp Amthor fordert CDU zu klarem Feminismus-Kurs – doch seine Vergangenheit widerspricht

CDU-Politiker Philipp Amthor hat seine Partei aufgefordert, in der Feminismusdebatte eine klarere Haltung einzunehmen, statt das Thema der Linken zu überlassen. Dieser Appell kommt überraschend, da Amthor in der Vergangenheit mehrere feministische Vorhaben abgelehnt hat – darunter geschlechtergerechte Sprache und Reformen des Abtreibungsrechts. Nun betont er die Notwendigkeit, dass sich Männer aktiv für Gleichberechtigung einsetzen.

In jüngsten Stellungnahmen wies Amthor auf die anhaltenden Doppelstandards hin, denen Frauen in der Politik ausgesetzt sind. Während Männer vor allem nach ihren Argumenten beurteilt würden, stehe bei Frauen häufig ihr Äußeres im Fokus, argumentierte er. Diese Ungleichbehandlung erfordere ein größeres Bewusstsein und Engagement männlicher Verbündeter.

Gleichzeitig warnte Amthor vor den Versuchen der rechtsextremen AfD, Errungenschaften der Gleichstellungspolitik zurückzudrehen. Die CDU und ihre Bundestagsfraktion hätten bereits eine klare Position, brauchten also keine Vorgaben von links, betonte er. Doch seine aktuelle Haltung steht im Widerspruch zu früheren Entscheidungen: So lehnte er 2019 eine Initiative ab, Abtreibungen zu entkriminalisieren und das sogenannte "Werbeverbot" für Schwangerschaftsabbrüche aufzuheben.

2023 setzte er sich zudem für ein Verbot geschlechtergerechter Sprache in Behörden ein. Im selben Jahr lehnte er einen Vorschlag ab, Paritätsgesetze für paritätisch besetzte Kandidat:innenlisten durchzusetzen, und bezeichnete dies als verfassungswidrig.

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Amthors jüngster Aufruf an die CDU, den Feminismus offener zu unterstützen, markiert zwar einen rhetorischen Wandel – seine bisherige Haltung gegen zentrale feministische Forderungen bleibt jedoch widersprüchlich. Sein Fokus auf die Verteidigung der Gleichberechtigung gegen rechtsextreme Angriffe spiegelt die innerparteilichen Debatten wider. Ob sich dies in künftigen Positionen und Handlungen der Union niederschlagen wird, bleibt abzuwarten.

Quelle