Protestbündnis gegen rechtsextreme Plattform Nius in Berlin gegründet
Greta SchulzProtestbündnis gegen rechtsextreme Plattform Nius in Berlin gegründet
Aktive Antifaschist:innen versammelten sich am Samstag im Berliner Stadtteil Kreuzberg, um ein Protestbündnis gegen die rechtsextreme Medienplattform Nius zu gründen. Rund 250 Menschen nahmen an der Veranstaltung in der Nähe des Dragonerareal-Geländes teil, wo Redner:innen dem Portal vorwarfen, rassistische Klischees zu verbreiten und die demokratische Zivilgesellschaft anzugreifen.
Im Mittelpunkt der Kundgebung stand der Widerstand gegen Nius, das Kritiker:innen als "digitale Pranger" bezeichnen, der gezielt Geflüchtete, Klimaaktivist:innen und NGOs ins Visier nimmt. Die Plattform werde als "Schmutzkübel-Medium" genutzt, das öffentliche Debatten bewusst nach rechts verschiebe, hieß es. Die Teilnehmenden diskutierten Gegenstrategien, darunter Solidaritätskampagnen und Mobilisierungen gegen rechtsextreme Medien.
Zuvor hatte Nius die Veranstaltung selbst beworben, die Initiative "Nein zu Nius" jedoch als "linksextrem" und steuerfinanziert abgetan. Zudem hatte das Portal Guido Arnold, Mitglied des technikkritischen Kollektivs çapulcu, ins Visier genommen – unter anderem durch die Veröffentlichung seines Fotos und Observierungen vor seiner Wohnung, ohne jeden Beleg. Nun planen die Aktivist:innen eine Demonstration vor den Nius-Büros in der Ritterstraße in Kreuzberg.
Trotz seiner aggressiven Methoden bleibt der Einfluss von Nius begrenzt: Die Plattform schafft es nicht unter die Top 100 der meistgenutzten Onlinemedien in Deutschland. 2023 verbuchte sie einen Verlust von 13 Millionen Euro. Zu den Unterstützer:innen zählt der Multimillionär Frank Gotthardt, der enge Verbindungen zur CDU-Führungsprominenz pflegt. Chefredakteur Julian Reichelt steht indes in der Kritik, rechtsextreme Diskurse zu befeuern.
Das Protestbündnis steht für einen wachsenden Widerstand gegen die Praktiken von Nius, zu denen die Verbreitung von Vorurteilen und Angriffe auf marginalisierte Gruppen gehören. Weitere Kundgebungen vor den Büros des Portals sind geplant – die Aktivist:innen wollen dessen Rolle bei der Prägung der öffentlichen Debatte herausfordern.






