Psychische Gesundheit wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor für Unternehmen
Mila MüllerPsychische Gesundheit wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor für Unternehmen
Psychische Gesundheit wird für Unternehmen zum entscheidenden Faktor – sowohl für ihren Ruf als auch für die Gewinnung von Fachkräften. Angesichts steigender Zahlen arbeitsbedingter psychischer Erkrankungen setzen Firmen zunehmend auf interne Unterstützungssysteme, bevor sie ihre Bemühungen nach außen tragen. Besonders aktuell wird das Thema vor den anstehenden Mental Health Awards in München am 18. September, die vorbildliche Betriebsinitiativen in diesem Bereich auszeichnen werden.
Laut aktuellen Zahlen sind Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen in den letzten zehn Jahren um 47 Prozent gestiegen. Mittlerweile steht jeder siebte Krankheitstag im Zusammenhang mit mentalen Belastungen, wobei etwa ein Drittel der Depressionen möglicherweise auf Arbeitsbedingungen zurückzuführen ist. Diese Entwicklungen zeigen, warum Unternehmen psychische Gesundheit zunehmend als Priorität in Betriebspraxis und öffentlicher Kommunikation behandeln.
Stefan Ruzas, verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und Mobilität bei Hubert Burda Media, hat zentrale Leitlinien für die Unternehmenskommunikation zu diesem Thema formuliert. Er betont die Bedeutung von Authentizität und warnt vor übertriebenen Versprechungen oder der Verstärkung veralteter Klischees. Stattdessen sollten Unternehmen das Thema mit Respekt angehen und komplexe Herausforderungen nicht vereinfachen.
Obwohl es (noch) keinen offiziellen "Mental Health Award" gibt, wurden ähnliche Auszeichnungen bereits vergeben. So erhielt Emely Scholz in München 2026 den kbo-Innovationspreis für ihre Forschung zu den Auswirkungen sozialer Medien auf das Selbstwertgefühl von Jugendlichen. Das Fürstenberg Institut wiederum wurde auf der Digital X für seine Plattform myFürstenberg im Bereich psychische Gesundheit ausgezeichnet – unter anderem in der Kategorie Arbeitgeber der Zukunft. Die bevorstehenden Preise im September werden weitere Unternehmen in den Fokus rücken, die in Sachen betriebliche psychische Gesundheitsförderung vorangehen.
Die wachsende Aufmerksamkeit für psychische Gesundheit spiegelt deren Einfluss auf Mitarbeiter:innen und Unternehmensimage wider. Da Fehlzeiten wegen psychischer Belastungen weiter zunehmen, müssen Unternehmen sicherstellen, dass ihre internen Maßnahmen mit ihren externen Bekundungen übereinstimmen. Die anstehenden Auszeichnungen und laufenden Debatten deuten auf einen Wandel hin – zu verantwortungsvolleren und transparenteren Arbeitsplatzstandards.






