Sachsen-Anhalt reformiert Architektengesetz: Digitalisierung und mehr Nachhaltigkeit geplant
Mila MüllerSachsen-Anhalt reformiert Architektengesetz: Digitalisierung und mehr Nachhaltigkeit geplant
Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hat eine Reform des Architektengesetzes vorgeschlagen. Der Gesetzentwurf zielt darauf ab, die beruflichen Regelungen für Architektinnen, Architekten sowie Stadtplanerinnen und Stadtplaner im gesamten Bundesland zu modernisieren. Zu den zentralen Neuerungen gehören digitale Verfahren, erweiterte Ausbildungsanforderungen und mehr unternehmerische Möglichkeiten für Fachkräfte.
Nach dem geplanten Gesetz können Anmeldungen und berufliche Meldungen künftig online eingereicht werden. Damit entfällt das bisherige papierbasierte System, was die Verwaltungsabläufe für Antragstellende deutlich vereinfacht.
Auch der Tätigkeitsbereich von Architektinnen, Architekten und Stadtplanerinnen wird ausgeweitet. Künftig zählen dazu Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität, Energieeffizienzstandards sowie die Bürgerbeteiligung bei Projekten. Diese Anpassungen spiegeln die wachsenden Anforderungen an nachhaltiges und gemeinwohlorientiertes Planen wider.
Überarbeitet werden zudem die akademischen Ausbildungsgänge und Fortbildungsprogramme. Kernfächer wie Bauplanung und Baurecht werden verpflichtend. Absolventinnen und Absolventen dieser Studiengänge erhalten die Möglichkeit, früher in die Architektenkammer aufgenommen zu werden, was den Berufseinstieg erleichtert.
Auch die unternehmerische Flexibilität wird gestärkt: Fachkräfte dürfen künftig in Rechtsformen wie der GmbH & Co. KG, OHG oder KG arbeiten. Zudem können ausländische Qualifikationen bereits vor der Zuwanderung nach Deutschland anerkannt werden – ein Schritt, der internationalen Fachkräften den Einstieg erleichtert.
Der Gesetzentwurf liegt nun dem Landtag zur Prüfung vor. Bei Annahme werden die Änderungen digitale Prozesse beschleunigen, die Ausbildung erweitern und unternehmerische Chancen für Architektinnen, Architekten und Stadtplanerinnen schaffen. Gleichzeitig passen die Neuerungen die Berufsstandards an aktuelle ökologische und soziale Herausforderungen an.






