Schaeffler senkt Gewinnprognose: Warum die Zuliefererbranche unter Druck gerät
Ida LangSchaeffler senkt Gewinnprognose: Warum die Zuliefererbranche unter Druck gerät
Zulieferer der Autoindustrie geraten unter wachsenden finanziellen Druck, während die Branche auf Elektro- und autonomes Fahren umsteigt. Der deutsche Automobilzulieferer Schaeffler, einer der größten Teilehersteller der Welt, hat kürzlich seine Gewinnprognose für 2017 gesenkt – ein deutliches Warnsignal für die gesamten Branche. Die Anpassung unterstreicht die steigenden Kostendrucke, denen sich Unternehmen ausgesetzt sehen, die gleichzeitig in neue Technologien investieren und die traditionelle Produktion von Motoren und Getrieben aufrechterhalten müssen.
Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld gab bekannt, dass die EBIT-Marge (Gewinn vor Steuern und Zinsen) für 2017 nun nur noch zwischen 11 und 12 Prozent liegen werde – deutlich unter den bisherigen Erwartungen. Er räumte ein, dass das Unternehmen die Preisdruckmaßnahmen der Automobilhersteller nicht mehr allein durch Kostensenkungen in der Produktion auffangen könne. Stattdessen müsse Schaeffler die Gewinne aus dem klassischen Verbrenner-Geschäft nutzen, um den Wandel hin zu Elektro- und autonomem Fahren zu finanzieren.
Im Jahr 2016 erzielte der Automobilbereich des Konzerns einen Umsatz von 10,33 Milliarden Euro, wobei über 40 Prozent auf Getriebesysteme und weitere 25,6 Prozent auf Motorkomponenten entfielen. Beide Bereiche stehen vor tiefgreifenden Veränderungen, da die Elektrifizierung die Nachfrage nach herkömmlichen Antriebsteilen stark zurückgehen lässt.
Rosenfeld betonte, dass die gesamte Zuliefererbranche mit denselben Herausforderungen kämpft. Auch die Konkurrenten Continental und Hella bestätigten, dass der Kostendruck unvermindert hoch bleibe – mit keinerlei Anzeichen für eine Entspannung. Ein Branchenkenner unterstrich diese Sorgen und wies darauf hin, dass die Zulieferer von mehreren Seiten unter Druck gerieten.
Die strengen Sparmaßnahmen von Volkswagen sowie die finanziellen Folgen des Abgasskandals haben die Situation zusätzlich verschärft. Die Märkte reagierten prompt auf die Gewinnwarnung von Schaeffler: Die Aktie des Unternehmens – und mit ihr die Papiere anderer Zulieferer – gaben deutlich nach.
Die Gewinnwarnung von Schaeffler macht die finanzielle Belastung der Zulieferer deutlich, die zwischen Investitionen in neue Technologien und schrumpfenden Margen lavieren müssen. Während die Automobilhersteller niedrigere Preise fordern und traditionelle Einnahmequellen wegbrechen, steht die Branche vor einer schwierigen Phase des Umbruchs. Der Wandel hin zu Elektro- und autonomem Fahren erfordert massive Investitionen – doch bis auf Weiteres sind die Unternehmen auf die Gewinne aus ihren alten Geschäftsmodellen angewiesen.






