26 March 2026, 10:02

Solarstrom-Betreiber kämpfen mit wegfallender Einspeisevergütung bei Negativpreisen

Tortendiagramm, das den globalen erneuerbaren Energieverbrauch im Jahr 2008 zeigt, unterteilt in Abschnitte für fossile Brennstoffe, Kernenergie, Wasserkraft, Warmwasserheizung, Biomasse, Solarenergie, Geothermie und Biokraftstoffe.

Solarstrom-Betreiber kämpfen mit wegfallender Einspeisevergütung bei Negativpreisen

Deutsche Haushalte mit neuen Photovoltaikanlagen stehen vor finanziellen Herausforderungen, da negative Großhandelspreise für Strom die Einspeisevergütung aussetzen. Seit Ende Februar 2025 erhalten Betreiber für in diesen Phasen eingespeisten Solarstrom keine Zahlungen mehr. Ohne intelligente Steuerung könnten die jährlichen Verluste bei manchen Haushalten über 40 Prozent liegen.

Die Wende folgt auf das Solarspitzen-Ausgleichsgesetz, das die bisher planbaren Renditen von Solarinvestitionen durcheinanderbringt. Branchenverbände und Energieunternehmen drängen nun auf Lösungen, um die Wirtschaftlichkeit in einem zunehmend volatilen Markt zu sichern.

Negative Strompreise sind in den letzten Jahren deutlich häufiger aufgetreten. 2023 hielten sie rund 460 Stunden an und minderten die Einspeiseeinnahmen um 25 Prozent – bei Haushalten mit einer 10-Kilowatt-PV-Anlage und einem 10-Kilowattstunden-Speicher. Im Folgejahr gab es 457 Stunden mit negativen Preisen, während allein das erste Halbjahr 2025 bereits 390 Stunden verzeichnete – mit Prognosen von fast 780 Stunden bis Jahresende.

Nach dem Solarspitzen-Ausgleichsgesetz entfällt die Einspeisevergütung für neue PV-Anlagen immer dann, wenn die Großhandelspreise unter null fallen. Diese Regelung verlängert die 20-jährige EEG-Förderdauer um die Anzahl der Stunden ohne Vergütung und verzögert so die vollständige Amortisation. Betreiber müssen nun länger auf die Rückgewinnung ihrer Investitionen warten – besonders, wenn sie keine intelligente Energesteuerung nutzen.

Unternehmen wie Sonnen bieten smarte Lösungen an, um die Verluste abzufedern. Ihre Systeme speichern überschüssigen Solarstrom während negativer Preisphasen und verkaufen ihn später über Intraday-Handel oder Regelenergiemärkte. Haushalte mit intelligenten Zählern und Heimspeichern können Überschüsse auch für das Laden von Elektroautos nutzen oder sich virtuellen Kraftwerken anschließen, um auf Marktsignale zu reagieren.

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Der ZVEH-Branchenverband kritisiert die unklare Regelung zur Abregelung von PV-Anlagen. Er fordert Nachbesserungen bei den Steuerungsmechanismen des Solarspitzen-Ausgleichsgesetzes, da die aktuellen Vorschriften unnötige finanzielle Belastungen schaffen. Gleichzeitig könnten moderne Speichersysteme durch die Nutzung von Marktchwankungen sogar höhere Erträge erzielen als zuvor.

Die Streichung der Einspeisevergütung bei negativen Preisen verändert die Wirtschaftlichkeit von Solarstrom in Deutschland grundlegend. Haushalte mit herkömmlichen Anlagen riskieren deutliche Einnahmeeinbußen, während Betreiber mit intelligenter Steuerung weiterhin stabile Renditen erzielen können. Die Debatte um das Solarspitzen-Ausgleichsgesetz dauert an – mit wachsendem Druck der Branche auf klarere Regelungen und fairere Vergütungsmodelle.

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