Südzucker hält an Zuckerproduktion fest – doch Rübenanbau schrumpft um 20 Prozent
Greta SchulzSüdzucker hält an Zuckerproduktion fest – doch Rübenanbau schrumpft um 20 Prozent
Südzucker bestätigt Weiterbetrieb der Zuckerproduktion in Süddeutschland – mit Fokus auf neue Verwendungsmöglichkeiten
Südzucker hat bestätigt, dass die Zuckerproduktion in Süddeutschland zwar aufrechterhalten wird, der Konzern seinen Schwerpunkt jedoch auf innovative Anwendungen für Zucker legt, statt Standorte auszubauen. Gleichzeitig ist die Anbaufläche für Zuckerrüben seit 2023 um 15 bis 20 Prozent geschrumpft, da Landwirte mit sinkenden Preisen, höheren Kosten und Konkurrenz durch andere Kulturen wie Getreide zu kämpfen haben.
Das Unternehmen bemüht sich zudem, Marktzwänge auszugleichen und gleichzeitig faire Bedingungen für sowohl Aktionäre als auch Landwirte zu sichern.
Seit dem Abschluss der Verträge im Jahr 2023 ist der Anbau von Zuckerrüben in Südbayern von etwa 12.000 Hektar auf voraussichtlich 9.500 bis 10.000 Hektar im Jahr 2025 zurückgegangen. Gründe für den Rückgang sind gesunkene Vertragspreise, steigende Produktionskosten und die Umstellung vieler Betriebe auf alternative Kulturen. Jeder Landwirt entscheidet individuell über das Ausmaß der Reduzierung, wobei Südzucker maßgeschneiderte Verträge mit Mindestpreisen anbietet.
Die globalen Zuckerbestände bleiben hoch, was die Marktpreise drückt und das Vertrauen der Erzeuger belastet. Um die Branche zu stützen, hat Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir die Notfallzulassungen für den Zuckerrübenanbau bis 2026 verlängert. Dr. Stefan Streng, zuständig für die Abstimmung der Interessen von Aktionären und Landwirten, hat Rahmenbedingungen ausgehandelt, die den Rübenanbau sowohl wirtschaftlich tragfähig als auch nachhaltig halten sollen.
Südzucker hat zudem ein Maßnahmenpaket entwickelt, um die Pflanzengesundheit zu verbessern – mit Fokus auf Fruchtfolge, Schädlingsbekämpfung und Monitoring-Systeme. Ziel ist es, Schäden durch Zikaden sowie Infektionen mit Krankheiten wie Rübenvergilbungsvirus (SBR) und Stolbur zu verringern. Trotz der Marktprobleme bleibt die Zuckerrübe ein zentraler Baustein der langfristigen Unternehmensstrategie, da Verbraucherinnen und Verbraucher "Rübenzucker" als regional erzeugtes Produkt schätzen.
Das Unternehmen lehnt das Mercosur-Freihandelsabkommen entschieden ab und warnt, dass zollfreier Zucker aus Brasilien – produziert unter anderen sozialen und ökologischen Standards – europäische Erzeuger gefährden könnte. Zucker macht weiterhin rund 40 Prozent des Südzucker-Umsatzes aus, während die übrigen 60 Prozent aus diversifizierten Nicht-Zucker-Geschäften stammen.
Südzucker wird seine Produktionsstandorte in Süddeutschland zwar weiterbetreiben, setzt jedoch auf Innovation statt auf Expansion. Die Landwirte passen ihre Anbauflächen weiterhin an, gestützt durch Verträge und staatliche Notfallmaßnahmen. Die Unternehmensstrategie sieht Zucker weiterhin als Kernprodukt vor, erweitert aber gleichzeitig andere Geschäftsbereiche, um langfristige Stabilität zu sichern.






