Sylt kämpft um Touristen: Flugstreichungen und Bahnchaos gefährden die Saison
Greta SchulzSylt kämpft um Touristen: Flugstreichungen und Bahnchaos gefährden die Saison
Sylt steht vor einer Erreichbarkeitskrise, die bei lokalen Unternehmen Sorgen auslöst. Herbert Seckler, Inhaber des Restaurants Sansibar, warnte, dass die Streichung von Flügen ab München dem Tourismus der Insel schaden werde. Die Lage hatte sich verschärft, nachdem die Lufthansa zuvor 20.000 Kurzstreckenflüge gestrichen hatte – darunter viele nach Westerland.
Die Airline hatte ihre Verbindungen nach Sylt drastisch reduziert und die Insel damit nur noch stark eingeschränkt an das Flugnetz angebunden. Direktflüge von München nach Sylt gab es kaum noch, sodass Reisende aus Süddeutschland vermehrt andere Ziele wählten. Sylt verblieb so in einer kritischen Phase mit deutlich weniger Besuchern.
Mittlerweile hat die Lufthansa ihren geplanten Flugplan mit sechs wöchentlichen Verbindungen von München nach Sylt wiederaufgenommen. Zudem setzt sie auf dieser Strecke künftig einen Airbus A319 ein, wodurch sich die monatliche Kapazität um etwa 30 Prozent erhöht. In der Hochsaison wird die Airline zusätzlich einen weiteren wöchentlichen Flug anbieten, um die Nachfrage zu bedienen.
Doch die Verkehrsprobleme der Insel beschränken sich nicht auf den Luftverkehr. Der Sylt-ICE als Direktverbindung wird erst ab dem 11. Juli wieder fahren, und es gibt keine direkten Deutsche-Bahn-Verbindungen von Frankfurt nach Sylt. Diese Einschränkungen erschweren Touristen die Anreise zusätzlich.
Mit der Wiederaufnahme und dem Ausbau der Flugverbindungen will die Lufthansa die Erreichbarkeit Sylts verbessern. Die Aufrüstung der Maschinen und die zusätzlichen Flüge sind ein Schritt in Richtung Erholung für den Inseltourismus. Dennoch bleiben die verspätete Wiederaufnahme des Zugverkehrs und das Fehlen direkter Bahnverbindungen aus großen Städten weiterhin Hindernisse.






