18 March 2026, 08:02

"Thirst Traps": Wie sexualisierte Inhalte auf Social Media Follower und Geld bringen – doch zu welchem Preis?

Plakatwerbung mit dem Spruch "Vibriere deinen Körper und mache ihn gesund" mit einer Frau in einem weißen Kleid mit einem gemusterten Schultertuch, verschränkten Armen, selbstbewusstem Gesichtsausdruck und einem Dutt.

Verführerische TikTok-Clips: Was steckt hinter 'Thirst Traps' - "Thirst Traps": Wie sexualisierte Inhalte auf Social Media Follower und Geld bringen – doch zu welchem Preis?

Kurze Videos und Fotos mit sexualisiertem Inhalt, die Aufmerksamkeit erregen sollen, sind auf sozialen Medien zu einer gängigen Strategie geworden. Bekannt als Thirst Traps, führen solche Posts oft zu einem rasanten Anstieg der Follower-Zahlen und finanziellen Chancen für Content-Creator. Doch Expert:innen warnen, dass der Trend Risiken birgt, die über den bloßen Zuwachs an Online-Popularität hinausgehen.

Der Begriff Thirst Trap setzt sich aus den Wörtern thirst (engl. für "Durst", hier im Sinne von starkem Verlangen nach Aufmerksamkeit) und trap (Falle) zusammen – also eine gezielte Köderstrategie. Creator:innen posten suggestives Bild- oder Videomaterial, um Likes, Kommentare und Shares zu provozieren. Die Sozialpädagogin Tessa-Marie Menzel erklärt, dass Nutzer:innen oft unbewusst in diesen Kreislauf geraten, sobald sie mit solchen Inhalten interagieren.

2023 testete die deutsche YouTuberin Annikazion die Wirkung, indem sie eine Woche lang täglich Thirst Traps hochlud. Das Experiment brachte ihr rund 30.000 neue Follower ein. Solche Inhalte generieren häufig überdurchschnittlich viele Interaktionen, was Algorithmen belohnen, indem sie die Posts weiter verbreiten. Diese Sichtbarkeit hilft Influencer:innen, persönliche Marken aufzubauen und Werbedeals abzuschließen.

Eines der bekanntesten Beispiele sind die Elevator Boys, eine Gruppe von fünf jungen Männern aus dem deutschsprachigen Raum. Durch flirtende Clips in Aufzügen erreichten sie 2,7 Millionen Follower auf TikTok. Ihr Online-Ruhm führte zu Modelverträgen, einem Boygroup-Projekt und sogar Filmrollen.

Der Medienpädagoge Rudolf Kammerl betont, dass die Strategie am besten funktioniert, wenn sexuelle Spannung angedeutet, aber nie vollständig erfüllt wird. Während manche Nutzer:innen Thirst Traps posten, um ihr Selbstwertgefühl zu stärken oder Einsamkeit zu bekämpfen, verstärkt der Trend gleichzeitig enge Schönheitsideale. Kritiker:innen werfen ihm vor, er führe oft zur Objektifizierung – wobei Frauen davon härter betroffen seien als Männer.

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Thirst Traps haben sich als wirksames Mittel erwiesen, um Follower zu gewinnen und die eigene Social-Media-Präsenz zu monetarisieren. Doch der Ansatz wirft auch Fragen auf: etwa nach Körperbildern und den langfristigen Folgen von Sexualisierung im Netz. Für Influencer:innen bleibt die Gratwanderung zwischen Aufmerksamkeit und Ausbeutung eine zunehmend drängende Debatte.

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