Triebwerksdefekt bei Airbus-A320neo löst Masseninspektionen und MTU-Milliardenverlust aus
Greta SchulzTriebwerksdefekt bei Airbus-A320neo löst Masseninspektionen und MTU-Milliardenverlust aus
Ein schwerwiegender Triebwerksdefekt hat Hundert Airbus-Jets zu dringenden Inspektionen gezwungen. Ursache ist ein fehlerhafter Turbinenscheiben-Herstellungsprozess bei Pratt & Whitney, bei dem verunreinigtes Metallpulver verwendet wurde. Unterdessen meldet der deutsche Triebwerkshersteller MTU nach einer Rückrufkostenbelastung von einer Milliarde Euro einen Nettoverlust von 568 Millionen Euro.
Das Problem begann mit Turbinenscheiben, die Pratt & Whitney aus kontaminiertem Metallpulver gefertigt hatte. Diese defekten Bauteile wurden in Triebwerken der Airbus-A320neo-Flugzeuge verbaut und lösten großflächige Stilllegungen für Sicherheitsüberprüfungen aus.
MTU, ein wichtiger Zulieferer, musste eine Milliarde Euro als einmalige Rückrufkosten verbuchen. Diese Belastung trieb das Unternehmen im dritten Quartal in einen Nettoverlust von 568 Millionen Euro. Selbst nach Bereinigung der Sonderkosten fiel das operative Ergebnis negativ aus.
Trotz des Rückschlags bleibt die operative Kernleistung von MTU stabil. Das Unternehmen rechnet für dieses Jahr weiterhin mit Umsätzen zwischen 6,1 und 6,3 Milliarden Euro. Ohne die Rückrufkosten läge der bereinigte operative Gewinn vor Zinsen und Steuern bei über 800 Millionen Euro.
Der Triebwerksdefekt wird viele A320neo-Maschinen bis zum Abschluss der Inspektionen am Boden halten. MTU hat zwar finanziell einen schweren Schlag erlitten, doch das Grundgeschäft läuft weiterhin gut. Nun steht das Unternehmen vor der Herausforderung, sich von den Rückrufmaßnahmen zu erholen und gleichzeitig die Produktionsstabilität aufrechtzuerhalten.






