Amazon baut Liefernetz aus: Shell-Tankstellen und eigener Logistikdienst wachsen
Finn KleinAmazon baut Liefernetz aus: Shell-Tankstellen und eigener Logistikdienst wachsen
Amazon baut sein Liefernetz in Deutschland mit zwei großen Schritten aus: Das Unternehmen rüstet weitere Shell-Tankstellen mit Amazon-Schließfächern aus und erweitert gleichzeitig seinen hauseigenen Logistikdienst. Beide Maßnahmen zielen darauf ab, die Abhängigkeit von externen Paketdiensten zu verringern und die Kundenzufriedenheit zu steigern.
Seit Juli testet Amazon an zehn Shell-Stationen in München die Nutzung der Schließfächer. Der Erfolg des Pilotprojekts hat nun zu einer bundesweiten Ausweitung geführt: An einer dreistelligen Zahl von Shell-Standorten in ganz Deutschland sollen bald die typischen gelben Paketboxen aufgestellt werden. Damit erhalten Kunden zusätzliche Abholstellen für nicht zugestellte Sendungen.
Die Expansion fällt zusammen mit dem Ausbau von Amazon Logistics, dem eigenen Zustelldienst des Konzerns. Durch die Abwicklung eines größeren Teils der Lieferungen im Haus konkurriert das Unternehmen direkt mit der Deutschen Post DHL, die bisher den Großteil der Amazon-Sendungen in Deutschland abwickelt. Dieser Schritt folgt einem branchenweiten Trend, die Abhängigkeit von externen Paketdiensten zu reduzieren.
Unterdessen passen sich auch andere Branchen den steigenden Kosten und der wachsenden Nachfrage an: Die sommerliche Reisezeit treibt die Dieselpreise in die Höhe und zwingt Speditionen, ihre Routen effizienter zu gestalten, um Kosten zu sparen. In der Automobilproduktion rüstet Volkswagen Nutzfahrzeuge sein Werk im polnischen Września für die Fertigung des nächsten e-Crafter, des elektrischen Transporters der Marke, auf. Gleichzeitig arbeiten SuperPanther und Steyr Automotive zusammen an der Entwicklung elektrischer Lkw. Im Energiesektor wächst der Konzern Varo durch die Übernahme des britischen Stromnetzbetreibers Elexon.
Die Kooperation mit Shell gibt Amazon-Kunden mehr Flexibilität bei der Paketabholung. Gleichzeitig verschiebt der Ausbau des eigenen Liefernetzes die Machtverhältnisse im deutschen Logistikmarkt. Langfristig könnten diese Veränderungen die Art und Weise, wie Pakete abgewickelt und zugestellt werden, grundlegend verändern.






