Apothekensterben in Sachsen: Droht die medizinische Versorgung auf dem Land zu kollabieren?
Finn KleinApothekensterben in Sachsen: Droht die medizinische Versorgung auf dem Land zu kollabieren?
Apothekensterben in Sachsen gefährdet die medizinische Versorgung auf dem Land
Laut Göran Donner, dem Präsidenten des sächsischen Apothekerverbandes, setzt die Schließung zahlreicher Apotheken die Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen aufs Spiel. Er warnt, dass anhaltende Verluste in einigen Gebieten zu einer „Entleerung“ führen könnten – mit der Folge, dass Bewohner keinen einfachen Zugang zu lebenswichtigen Dienstleistungen mehr hätten. Ursache des Problems sind finanzielle Belastungen und Personalmangel: In den vergangenen Jahren mussten Dutzende Apotheken dichtmachen.
Zwischen 2016 und 2020 verlor Sachsen 36 Apotheken. Der Trend beschleunigte sich in den folgenden Jahren weiter: Von 2021 bis 2025 wurden 85 weitere Schließungen verzeichnet. Allein im vergangenen Jahr stellten 13 Apotheken ihren Betrieb ein.
Donner macht vor allem wirtschaftliche Zwänge für den Rückgang verantwortlich. Viele Apotheken kämpfen unter den aktuellen Bedingungen um ihre Rentabilität. Zudem verschärfe der Fachkräftemangel die Schwierigkeiten, die Betriebe am Laufen zu halten.
Obwohl sich die Schließungsrate 2025 im Vergleich zu den Vorjahren leicht verlangsamte, bleibt Donner besorgt. Er kritisiert die Bundesregierung, weil sie eine angekündigte Gebührenanpassung verzögere, die die finanzielle Last mindern könnte. Ohne stabile Finanzierung, so sein Argument, könnten Apotheken die erweiterten Gesundheitsleistungen nicht erbringen, die im Entwurf des Apothekenreformgesetzes vorgesehen sind.
Die Entwicklung wirft Fragen nach der langfristigen Arzneimittelversorgung in ländlichen Gemeinden auf. Sollte sich der Trend fortsetzen, drohen in einigen Regionen erhebliche Versorgungslücken.
Der Rückgang der Apotheken bedroht weite Teile Sachsens mit Unterversorgung. Donners Warnungen unterstreichen die Dringlichkeit von Finanzreformen und Lösungen für den Fachkräftemangel, um weitere Schließungen zu verhindern. Ohne Gegenmaßnahmen könnte es für Bewohner ländlicher Gebiete bald deutlich schwieriger werden, an Medikamente und notwendige Dienstleistungen zu kommen.






