BAföG-Reform scheitert an Finanzstreit – Studierende zahlen die Zeche
Ein Streit über die Finanzierung blockiert dringend benötigte Reformen des deutschen BAföG-Studentenförderungssystems. Die Ampelkoalition ist uneins, wie eine geplante Erhöhung der Wohnkostenzuschüsse um 67 Millionen Euro finanziert werden soll, während Kritiker den vorgeschlagenen Aufschlag von 60 Euro angesichts explodierender Mieten als völlig unzureichend bewerten. Unterdessen wurde ein offizieller Antrag mit weitergehenden BAföG-Reformen nun im Bundestag eingereicht.
Zwischen CDU/CSU und SPD gibt es weiterhin keine Einigung, wie Reformen finanziert werden sollen, die eine regionale Anpassung der Wohnkostenzuschüsse, eine Inflationsanbindung sowie eine Existenzsicherung auf Bürgergeld-Niveau vorsehen. Die aktuellen BAföG-Sätze hinken den stark gestiegenen Mieten hinterher – Daten für Wohngemeinschaften in Universitätsstädten vom Sommer 2026 zeigen Durchschnittspreise von 775 Euro in München, 649 Euro in Hamburg und 618 Euro in Berlin. Doch der von der Regierung geplante Zuschlag von 60 Euro gilt als viel zu gering, um die Lücke zu schließen.
Ayşe Asar, Sprecherin für Forschungs-, Technologie- und Raumfahrtpolitik, kritisierte die Finanzierungsblockade und warnte, dass Verzögerungen die Fachkräftelücke weiter verschärfen könnten. Der Streit eskaliert, während Ministerin Bärs Haushaltsentwurf für 2026 die Mittel für die finanzielle Absicherung von Studierenden und Auszubildenden im Vergleich zum Vorjahr um 250 Millionen Euro kürzt. Kritiker werfen der Regierung vor, sie setze Steuererleichterungen für Unternehmen über Investitionen in Nachwuchskräfte und verkenne damit die Dringlichkeit der Krise.
Der Reformantrag (Drucksache 21/2234) fordert einen grundlegenden Umbau des BAföG, darunter automatische Inflationsanpassungen und regionale Flexibilität. Doch ohne absehbare Einigung steht Studierenden ein weiteres Jahr der finanziellen Unsicherheit bevor.
Die Reformen bleiben in der Schwebe, während der politische Streit anhält. Solange keine Finanzierungslösung gefunden wird, bleiben die Wohnkostenzuschüsse von den Marktrealitäten abgekoppelt – und Studierende in teuren Städten weiter unter Druck. Der Bundestagsantrag wartet nun auf eine Entscheidung, die die Förderung der nächsten Generation in Deutschland neu gestalten – oder weiter verzögern könnte.






