30 March 2026, 20:03

Berlins umstrittene Ausbildungsabgabe spaltet Wirtschaft und Start-ups

Logo der Berlin Finance Initiative mit einem blauen Kreis mit weißer Umrandung und einem weißen "B" in der Mitte, umgeben von einem weißen Ring mit blau-weißem Karomuster, auf einem weißen Hintergrund mit fetter schwarzer Schrift "Berlin Finance Initiative."

Berlins umstrittene Ausbildungsabgabe spaltet Wirtschaft und Start-ups

Berlins neue Ausbildungsabgabe sorgt für Unmut bei Unternehmen

Die neu beschlossene Abgabe des Berliner Abgeordnetenhauses stößt bei lokalen Betrieben auf Frustration. Künftig werden Unternehmen bestraft, die vorgesehene Ausbildungsquoten nicht erfüllen. Ab 2028 müssen Firmen mit mindestens zehn Beschäftigten mindestens 4,6 Prozent ihrer Belegschaft ausbilden – oder in einen zentralen Fonds einzahlen.

Die sogenannte Ausbildungsplatzumlage richtet sich gegen Betriebe, die unter dem bundesweiten Durchschnitt bei der Ausbildung liegen. Betroffene Unternehmen werden in einen Topf einzahlen, aus dem jährlich voraussichtlich rund 75 Millionen Euro generiert werden sollen. Die Regelung wurde zwar bereits am 26. März 2026 finalisiert, doch die Zahlungen beginnen erst 2028.

Besonders hart trifft es Start-ups und technologiegetriebene Unternehmen aus den Bereichen KI, Software und DeepTech. Marius Meiners von Peec AI bezeichnete Ausbildungsplätze für sein Team als "absolut undurchführbar" und verwies auf hohe Arbeitsbelastung und spezialisierte Tätigkeiten. Ralph Hage, Gründer von Lap Coffee, kritisierte die Abgabe als "noch ein weiteres falsches Signal" der Politik und betonte, sein Unternehmen setze auf Automatisierung und modernes, praxisnahes Lernen.

Kritik kommt von mehreren Gründern. Moritz Kreppel von Urban Sports Club warf Berlin vor, "das zu bestrafen, was es nicht versteht". Agnieszka Walorska von Mika wies auf ein grundlegendes Problem hin: das sinkende Interesse junger Menschen an klassischen dualen Ausbildungen. Viele Unternehmen, so ihre Einschätzung, könnten Ausbildungsplätze nicht besetzen – nicht weil sie es ablehnten, sondern weil die Nachfrage nach traditionellen Berufen nachlasse.

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Die Regelung gilt branchenübergreifend, doch wie viele Betriebe genau betroffen sein werden, bleibt unklar. Neben Tech-Firmen geraten auch mittelständische Unternehmen und handwerkliche Betriebe unter Druck, die oft auf Hochschulabsolventen angewiesen sind. Sie müssen sich anpassen – oder zahlen.

Die Abgabe zwingt Unternehmen, entweder mehr auszubilden oder einen gemeinsamen Ausbildungstopf zu finanzieren. Für Start-ups und wachstumsorientierte Firmen kommt die finanzielle Belastung zu bestehenden Herausforderungen bei der Personalgewinnung und Skalierung hinzu. Die ersten Zahlungen sind 2028 fällig, während die langfristigen Auswirkungen auf den Berliner Arbeitsmarkt noch offen sind.

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