Berufsversorgungswerke in der Krise: ABV verschärft Kontrollen nach Millionenverlusten
Finn KleinBerufsversorgungswerke in der Krise: ABV verschärft Kontrollen nach Millionenverlusten
Deutsche Berufsversorgungswerke stecken in einer sich verschärfenden Krise – immer mehr Einrichtungen müssen nach riskanten Investitionen Verluste in Millionenhöhe abschreiben. Der Verband der Berufsversorgungswerke (ABV) hat nun eingelenkt und warnt, dass öffentliche Streitigkeiten das Vertrauen in das spezielle Altersvorsorgesystem für Freiberufler untergraben. Zu den jüngsten Maßnahmen zählen verschärfte Kontrollen und dringende Reformforderungen – vor allem an einen besonders angeschlagenen Fonds: die Zahnärztliche Versorgung Berlin (VZB).
Der ABV hat ein neues Zertifizierungssystem für alle Berufsversorgungswerke eingeführt. Demzufolge müssen die Fonds geprüfte Jahresabschlüsse, Compliance-Berichte, versicherungsmathematische Gutachten, Asset-Liability-Management(ALM)-Analysen sowie Stresstests vorlegen, um nachzuweisen, dass sie die gemeinsamen Richtlinien zu Anlagestrategie, Risikomanagement und Unternehmensführung einhalten.
Die Frustration über die zögerliche Krisenbewältigung bei der VZB wächst. Der ABV-Vorstand fordert das Verwaltungsgremium des Fonds auf, umgehend die seit Langem bestehenden Mängel in den Bereichen Rechtkonformität, wirtschaftliche Effizienz und strategische Aufsicht zu beheben. Zudem drängen sie auf eine deutlich schnellere Vorlage der Jahresabschlüsse für 2024 und 2025.
Der ABV macht deutlich, dass Verzögerungen und öffentliche Auseinandersetzungen die Lage weiter zuspitzen. Sollten die Probleme der VZB nicht zeitnah gelöst werden, könnte der Fall eine bundesweite Debatte über die Steuerung der Altersvorsorge für Freiberufler auslösen, warnen Verantwortliche.
Mit dem Zertifizierungssystem will der ABV durch strengere Standards das Vertrauen zurückgewinnen. Doch ob dies gelingt, hängt davon ab, wie schnell die VZB-Führung auf die verschärften Fristen reagiert und vergangene Fehler korrigiert. Die Krise hat bereits zu hohe finanzielle Verluste geführt – weitere Verzögerungen könnten gravierende Folgen für die gesamte freiberufliche Rentenversorgung nach sich ziehen.






