06 May 2026, 18:02

Blutdruckmittel Nitrendipin bleibt monatelang knapp – was Patienten jetzt wissen müssen

Liniengraph, der die Anzahl der Todesfälle durch Benzodiazepine in den Vereinigten Staaten im Laufe der Zeit zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Blutdruckmittel Nitrendipin bleibt monatelang knapp – was Patienten jetzt wissen müssen

Lieferengpässe bei Nitrendipin – ein weit verbreitetes Blutdruckmittel – halten seit dem letzten Sommer an. Betroffen sind sowohl die 10-Milligramm- als auch die 20-Milligramm-Dosierungen, sodass Hersteller die Nachfrage nicht decken können. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat das Medikament offiziell auf der Liste der aktuellen Arzneimittelknappheiten geführt.

Nitrendipin gehört zur Gruppe der Kalziumkanalblocker, die den Kalziumeinstrom in die Zellen hemmen und so die Gefäße entspannen sowie den Blutdruck senken. Innerhalb dieser Wirkstoffklasse unterscheidet man drei Haupttypen: Nifedipin, Verapamil und Diltiazem. Diese Mittel dürfen jedoch nicht bei Patienten mit Herzinsuffizienz oder nach einem akuten Herzinfarkt eingesetzt werden.

Ursache für die Engpässe sind Produktionsprobleme bei mehreren Herstellern. Der Pharmakonzern Aristo gab bekannt, dass die 20-Milligramm-Tabletten voraussichtlich erst Ende des Jahres wieder verfügbar sein werden. Andere Unternehmen wie Ratiopharm und Aliud Pharma rechnen mit einer Wiederaufnahme der Lieferungen bis Ende März, während AbZ die Auslieferung erst ab Ende Mai wieder aufnehmen will.

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Patienten, die Nitrendipin einnehmen, müssen besondere Hinweise beachten: Das Medikament sollte nach den Mahlzeiten eingenommen werden – anders als Lercanidipin, das vor dem Essen verordnet wird. Bei beiden Wirkstoffen gilt zudem: Grapefruits sind tabu, da sie die Wirkung beeinträchtigen können.

Die anhaltenden Lieferprobleme sind Teil eines größeren Trends, der vor allem ältere Wirkstoffe betrifft. Engpässe gibt es in mehreren Medikamentenklassen, sodass Patienten und Ärzte nach Alternativen suchen müssen. Experten gehen davon aus, dass die Knappheit bei Nitrendipin noch monatelang anhalten wird – bei einigen Herstellern könnten sich Verzögerungen sogar bis Ende 2024 ziehen. Betroffene sollten mit ihren Ärzten über Ersatztherapien sprechen. Die Situation zeigt einmal mehr, wie fragil die Versorgungsketten für essenzielle Arzneimittel sind.

Quelle