12 April 2026, 06:02

Bundesregierung verschärft Regeln für medizinisches Cannabis und stoppt Online-Rezepte

Plakat mit Text, der besagt, dass die Staaten jährlich über 3,6 Milliarden Dollar für die Durchsetzung von Marihuanagesetzen verschwendet, illustriert von einem Müllcontainer, der mit Geldscheinen überquillt.

Bundesregierung verschärft Regeln für medizinisches Cannabis und stoppt Online-Rezepte

Die deutsche Bundesregierung plant eine Verschärfung der Regeln für medizinisches Cannabis. Ein neuer Gesetzentwurf sieht ein Verbot von Online-Rezepten und dem Versandhandel mit dem Wirkstoff vor. Behörden begründen den Schritt mit der Notwendigkeit, Missbrauch zu verhindern und die Patientensicherheit zu gewährleisten.

Der vorgeschlagene Gesetzesentwurf folgt auf Bedenken, die der Drogenbeauftragte Professor Dr. Hendrik Streeck geäußert hat. Er warnt, dass die aktuelle Praxis – bei der Patienten Rezepte über Online-Fragebögen erhalten – die Gefahr berge, dass aus einer Therapie ein Missbrauch werde. Streeck betont, dass es in der Debatte nicht um die Legalisierung an sich gehe, sondern um eine angemessene medizinische Überwachung und Arzneimittelsicherheit.

Cannabis birgt ein hohes Abhängigkeitsrisiko, und die bestehenden Vorschriften sehen bereits vor, dass Erstrezepte für suchterzeugende Substanzen im Rahmen der Telemedizin nur nach einem persönlichen Arztgespräch ausgestellt werden dürfen. Ziel der Regierung ist es, therapeutische Entscheidungen klar in die Hände der Ärzte zu legen, um eine auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Behandlung zu gewährleisten.

Medizinisches Cannabis bleibt eine anerkannte Option zur Schmerzbehandlung, doch Experten bestehen darauf, dass es verantwortungsvoll eingesetzt werden muss. Das bedeutet verpflichtende Präsenztermine, strukturierte Behandlungspläne und regelmäßige Kontrolluntersuchungen. Über 100.000 Patienten in Deutschland sind derzeit auf medizinisches Cannabis angewiesen, viele von ihnen berichten innerhalb von sechs Monaten über eine verbesserte Lebensqualität und Linderung ihrer Symptome.

Der Pharmakonzern Stada unterstützt das Verbot des Cannabis-Versandhandels und steht damit hinter dem Vorstoß der Regierung für strengere Kontrollen. Gleichzeitig hat der Telemedizin-Anbieter CanDoc sein Angebot um Video-Sprechstunden erweitert – ein Zeichen für die wachsende Nachfrage nach Fernbehandlungsmöglichkeiten.

Angesichts der Tatsache, dass rund fünf Millionen Erwachsene in Deutschland Cannabis konsumieren, stehen die politischen Entscheidungsträger unter Druck, klare und einheitliche Regelungen zu schaffen – ohne rechtliche Widersprüche zu erzeugen und gleichzeitig gesundheitspolitische Bedenken zu adressieren.

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Der Gesetzentwurf soll Schlupflöcher bei der Verschreibung und Abgabe von medizinischem Cannabis schließen. Wird er verabschiedet, müssen Patienten vor Beginn einer Behandlung persönlich beim Arzt vorstellig werden. Die Behörden erwarten, dass dies den Missbrauch verringert, während der Zugang für diejenigen erhalten bleibt, die tatsächlich von der Therapie profitieren.

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