07 May 2026, 22:02

Dänemarks Apothekenreformen revolutionieren den Medikamentenverkauf seit 2001

Apothekengang mit verschiedenen Medikamenten in Regalen angeordnet.

Dänemarks Apothekenreformen revolutionieren den Medikamentenverkauf seit 2001

Dänemarks Apothekensektor hat in den letzten zwei Jahrzehnten tiefgreifende Veränderungen durchlaufen. Seit 2001 haben Reformen den Markt liberalisiert, den Zugang zu Medikamenten erweitert und strengere finanzielle Kontrollen eingeführt. Diese Umbrüche haben den Verkauf von verschreibungspflichtigen und rezeptfreien Arzneimitteln im ganzen Land neu geordnet.

2004 lockerte Dänemark die Vorschriften für den Verkauf rezeptfreier Medikamente (OTC) und erlaubte deren Abgabe auch in Nicht-Apotheken. Heute sind OTC-Präparate in rund 4.000 Verkaufsstellen landesweit erhältlich. Verschreibungspflichtige Medikamente dürfen mittlerweile auch in Filialen ausgegeben werden, die ausschließlich von Farmakonomer besetzt sind – Fachkräften, die mit den deutschen Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) vergleichbar sind.

Die Zahl der Apothekenfilialen ist stark gestiegen: von 76 im Jahr 2015 auf 301 im Jahr 2024. Diese Expansion hat pharmazeutische Dienstleistungen erstmals in 40 kleinere Städte gebracht. Neben klassischen Apotheken führte Dänemark zudem Medikamenten-Abholstellen ein, von denen bis Oktober 2025 voraussichtlich 350 existieren werden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Doch das Wachstum brachte auch Herausforderungen mit sich. Apotheken müssen nun Strafzahlungen leisten, wenn sie die Umsatzgrenzen überschreiten – insgesamt 490 Millionen dänische Kronen (rund 66 Millionen Euro), die über 20 bis 30 Jahre zurückzuzahlen sind. Auch die Arbeitsbelastung der Filialleiter ist gestiegen: 2015 betreute jeder im Schnitt 1,95 Standorte, heute sind es bereits 3,10.

Die Eigentumsverhältnisse haben sich ebenfalls verändert. Die Zahl der Apothekenbesitzer sank seit 2001 um 20 Prozent – von 220 auf 176. Gleichzeitig entscheiden sich immer weniger Absolventen für eine Tätigkeit in öffentlichen Apotheken: Nur 15 Prozent der in den letzten zehn Jahren approbierten Pharmazeuten haben diesen Weg gewählt.

Die Reformen haben den Zugang zu Medikamenten verbessert, stellen das System aber auch vor größere Anforderungen. Mit mehr Abholstellen, erweitertem OTC-Verkauf und schärferer finanzieller Aufsicht entwickelt sich das dänische Apothekenmodell weiter. Nun gilt es, das Wachstum mit Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen – besonders angesichts anhaltender Personal- und Rentabilitätsprobleme.

Quelle